In Oberheimbach ist zum 31. Mal der Baum des Jahres gepflanzt worden. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die „Flatterulme“, deren Wurzeln sich fest im Boden verankern.
Revierförster Joachim Jacobs (v.l.), Spender Willi Böhler, Ortsbürgermeister Karl-Heinz Leinberger und Erster Beigeordneter Norbert Hölz beim Pflanzen der Bäumchen.
(Foto: Jochen Werner)
Jetzt teilen:
Jetzt teilen:
OBERHEIMBACH - (jow). Seit genau drei Jahrzehnten kürt die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung den Baum des Jahres, 2019 zum 31. Mal. Die Wahl ist dabei auf die „Flatterulme“ gefallen, neben der Feld- und Waldulme eine von drei Arten dieses Gewächses. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Flatterulme erstreckt sich über Mittel- und Osteuropa, sie ist häufig in Flussauen und entlang von Alleen zu finden. Und seit dem „Tag des Baumes“ 2019, dem 25. April, auch als ganz kleine Setzlinge im Oberheimbacher Bürgerpark.
Außerordentlich stabiles Wurzelgeflecht
Spender Willi Böhler hatte die Ehre und die Pflicht, die fünf Bäumchen unter Anleitung von Revierförster Joachim Jacobs fachgerecht im Erdreich zu verankern. Auf der insgesamt 1,5 Hektar großen Fläche des Bürgerparks, an dessen unterem Ende sich seit Oktober 2018 ein Feuchtbiotop befindet, ist die Flatterulme Baumart Nummer 31, wie alle anderen in einer Fünf als Würfeldarstellung gepflanzt. Das Plus der Ulmen: Sie bilden zunächst ein Pfahlwurzelsystem aus, das sich später erst in ein Senkerwurzelsystem mit Tendenz zur Herzwurzel ändert. Das Wurzelgeflecht gilt als außerordentlich stabil, wenn die Pflanze erst einmal angewachsen ist.
Ein Blick aus dem Gatter des Parkes im Anblick der Windräder im Bereich Kandrich/Ohligsberg heraus tut Not und gibt Aufschlüsse über den augenblicklichen Zustand der Umwelt und den prognostizierten, unvermeidlichen Klimawandel. Hier liegen abgebrochene Fichten neben angeschobenen Wurzeln. Der Boden ist unterhalb des Oberheimbacher Umspannwerkes im Frühling 2019 in seinen oberen Schichten absolut trocken. Ganz anders als „normalerweise“ im Frühjahr.
Dass viele Baumarten Probleme mit der Trockenheit haben, lässt sich direkt in Augenschein nehmen. Manches Bäumchen musste nachgepflanzt werden, viele ungeahnte Probleme gibt es zu bewältigen. Auch hinsichtlich der Ulmen. „Leider werden immer mehr Bestände durch einen aggressiven Pilz bedroht“, sagt Jacobs. Der verstopfe die Wasserleitungsbahnen und lasse die Baukronen letztendlich vertrocknen. Das Oberheimbacher Refugium wartet mittlerweile mit Steinhaufen für Reptilien auf, mit dem Feuchtbiotop für Amphibien wie Molche, Kröten und Salamander. Außerdem bietet es eine Wasserquelle für die heimische Tierwelt.