Trio Schmuck überzeugt in Kreuznacher Loge

Abonnementkonzert in der Loge: Das Klarinettentrio Schmuck mit Felix Welz, Til Renner und Sayaka Schmuck (v. li.) spielt auf hohem Niveau. Foto: Claudia Römer

Beim vierten Abonnementkonzert weiß die Gruppe mit Klarinettenklängen zu gefallen. Geboten wurde dem Publikum ein breites Spektrum an Stücken und zwei Zugaben.

Anzeige

BAD KREUZNACH. Das Klarinettentrio Schmuck ist ein absoluter Hochkaräter auf seinem Gebiet. Was Sayaka Schmuck, Til Renner mit ihren Klarinetten und Felix Welz mit Bassklarinette und Bassetthorn beim vierten Abonnementkonzert in der Loge Bad Kreuznach zu Gehör brachten, gehört wohl zum Feinsten, was es auf diesem Gebiet gibt.

Waren die Reihen auch nicht voll besetzt, was wahrscheinlich dem heißen Sommerwetter geschuldet war, so tat das der Begeisterung keinerlei Abbruch. Ihre Musikalität und Virtuosität wurde bereits bei den ersten Klängen zu Auszügen aus Mozarts „Zauberflöte“ deutlich. Kein Wunder also, dass direkt im Anschluss daran ein lautes „Bravo!“ zu vernehmen war.

Das Trio spielte derart fantastisch und von so viel Freude erfüllt, dass vollkommene Stille im Raum herrschte – man mochte keine Note versäumen. Technisch versiert, sensibel interpretierend und musikalisch grandios begeisterten sie mit Antonín Dvoráks „Slavischen Tänzen“ und zwei Arien aus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“. Schlafwandlerisch sicher vermochten Schmuck, Renner und Welz, diese Stücke der Klassik zum Leben zu erwecken. Musik als Sprache der Herzen oder – wie Mozart es ausdrückte – „Die Klarinette ist das Instrument, das der menschlichen Stimme am nächsten ist!“ Damit sollte das Konzert aber noch längst nicht vollendet sein. Nach der Pause bewiesen die drei erfahrenen Künstler, allesamt bereits in führenden deutschen Orchestern spielend, dass sie auch in der Moderne zu Hause sind. Mit einem Tango von Astor Piazzolla aus „Histoire du Tango“ und Claude Debussys Ragtime „Little Negro“ spannten sie den Bogen zum Jazz. Auch hier agierten sie voller Verve und Esprit. Dem Publikum wurden bekannte Melodien wie „Moon River“, „Take Five“ von Paul Desmond, Zequinha de Abreus „Tico Tico“ und Irving Berlins „Alexander’s Ragtime Band“ geboten.

Anzeige

In der Zugabe überzeugte das Musikertrio mit einem Stück aus dem Bereich des Klezmer und mit Johann Sebastian Bachs „Arioso“ aus der Kantate 156. Zwischen den drei Instrumentalisten herrschte blindes Vertrauen, genährt aus ihrer famosen Kunst, was den Konzertabend für die Zuschauer zu einem besonderen machte.