Thai-Boxer auf Umwegen zur Weltmeisterschaft

Thore Wagner (Deutscher Meister 2019, rote Hose & rotes Trägershirt) und Marc Wagner (Trainer Vikings Muay Thai, Pratzenhalter) Foto: Vikings Muay Thai

Die Thomas-Cook-Pleite trifft den Verein Vikings Muay Thai kurz vor Wettkampf. Doch unverhoffte Spenden helfen den Kämpfern in letzter Minute ans Ziel.

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ALZEY. Über 80 Mal ist der Beitrag des Vereins Vikings Muay Thai auf Facebook geteilt worden. „Ein gemeinnütziger Verein erspart sich, auch mithilfe von Sponsoren, die verdiente Reise zur Junioren-Weltmeisterschaft und bekommt vier Tage vor Abreise seinen Flug gestrichen und das Geld nicht zurück“, schreibt Trainer Marc Weber. Mit betroffen ist sein elfjähriger Sohn Thore, einer von drei Thaiboxern, die eigentlich zur Weltmeisterschaft nach Antalya in die Türkei fliegen wollten. Gebucht wurde über Öger Tours – von der Thomas-Cook-Pleite mitbetroffen. Der Flug wäre mit Condor gegangen.

„Wir haben uns dann bei Condor durchgefragt, aber obwohl wir keine Pauschalreisenden sind, nimmt man uns nicht mit“, sagt Weber. Jetzt steht der Verein, in dem auch Schüler aus dem Alzeyer Raum trainieren, vor 2600 Euro zusätzlichen Kosten, da man neu buchen musste. „Da jetzt natürlich viele nach neuen Flügen suchen, gab es fast nichts mehr.“ Zuerst habe er noch etwas ab Köln bekommen, doch der Flug stellte sich als überbucht heraus. Die Alternativen: Basel oder Düsseldorf. Das Team entschied sich für Düsseldorf mit der Fluglinie SunExpress, obwohl der Rückflug nach Münster/Osnabrück gehen wird.

Eine bessere Alternative gebe es nicht, berichtet der Trainer. Das Geld zahle jetzt zum größten Teil erst einmal der Bundesverband. Auch ein privater Spender habe sich gemeldet, der jetzt zumindest einem der Jungs den Flug bezahle. Die Hotels selbst sind laut Weber vom Weltverband gebucht, sodass zumindest hier alles sicher sei. „Mit so viel Zuspruch habe ich gar nicht gerechnet. Wir haben sogar von verschiedenen Leuten noch Taschengeld für die Jungs bekommen.“

Und auch, wenn es jetzt mit einem Tag Verspätung in die Türkei geht, Weber blickt zuversichtlich in die Zukunft, denn fest steht: „Ab 2024 kämpfen unsere deutschen Sportler auch bei Olympia.“

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Von Sonja Ingerl