Wie die Löwenschule den Amokalarm erlebt

An der Alzeyer Löwenschule hatte es am Dienstag einen Amok-Fehlalarm gegeben.

Am Dienstag hatte es einen Fehlalarm in der Alzeyer Förderschule gegeben. Wieso es nicht direkt Entwarnung gab und wie oft solche Situationen vorkommen.

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Alzey. Es ist Dienstag, etwa 10.30 Uhr, als in der Alzeyer Löwenschule der Amokalarm auslöst. Aus Versehen, wie sich schon kurze Zeit später herausstellt. Die Glasscheibe eines Amokalarm-Knopfes war eingedrückt. Darunter die Scherben auf dem Boden. So beschreibt Gudrun Siegel-Bruns die Situation im Nachhinein. Dennoch bleibt bei der Rektorin der Alzeyer Förderschule der Verdacht, dass es sich um einen Fehlalarm handeln könnte. Ausschließen kann sie den Ernstfall zu dieser Zeit dennoch nicht. Alles läuft ab, als sei der Alarm kein Fehlalarm. Die Klassenzimmer werden verschlossen, kein Schüler darf mehr auf den Flur. Die Polizei stellt sich um die Schule auf, Feuerwehr und Rettungsdienst bereiten sich im Hintergrund auf die nächsten Schritte vor. Polizisten durchsuchen jeden Raum, jede Klasse, schauen hinter jede Tür, überprüfen, wer sich auf dem Schulgelände befindet. Erst dann gibt es auch offiziell Entwarnung.

Fehlalarm schnell ersichtlich

„Alles ging unglaublich schnell”, meint Siegel-Bruns. Natürlich wünsche man sich eine solche Situation nicht, man könne sie auch nicht proben. Dennoch sei die Schulleiterin im Nachhinein irgendwie auch erleichtert. „Es ist interessant und auch sehr beruhigend, was dieser Alarm alles auslöst”, meint Siegel-Bruns gerade auch in Bezug auf die vielen Einsatzkräfte, die im Vorder- und Hintergrund unglaublich schnell da waren. Und obwohl es für sie relativ schnell ersichtlich war, dass es sich um einen Fehlalarm handeln musste, habe die Polizei sich selbst davon überzeugt. Auch wurden ihr gleich drei Psychologen als Gesprächspartner für die Schüler angeboten. Für die Schulleiterin sei man am Dienstag zwar unfreiwillig in die Situation hineingeraten, könne den Einsatz allerdings gut als eine Art „Amok-Übung” betrachten. Alles habe gut funktioniert, man habe gut zusammengearbeitet, die Polizeibeamten vor Ort seien immer in Verbindung mit der Einsatzleitung geblieben, hätten sich auch mit ihr gut abgestimmt. So sei auch alles sehr schnell wieder unter Kontrolle gewesen und der normale Schulalltag konnte weitergehen.

Vor zehn Jahren zuletzt Fehlalarm

Vor etwa zehn Jahren habe es schon einmal einen solchen Fehlalarm gegeben, erinnert sich Siegel-Bruns. Normalerweise komme so etwas aber nicht vor. Oder man entwarne direkt, sollte ein Schüler tatsächlich mal aus Versehen auf einen solchen Knopf kommen. Das sei jedenfalls nicht auszuschließen, meint die Rektorin. Dieses Mal habe man jedoch nicht gesehen, wer auf den Knopf gekommen sei oder ihn gedrückt habe. Es sei vermutlich aus Versehen passiert, schlussfolgert die Rektorin. Bemerkt oder gar gesehen, wie der Alarm ausgelöst wurde, habe jedoch niemand.

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Insgesamt hätten sich auch die Schüler in der Situation sehr gut verhalten. „Sie haben es sportlich genommen”, meint Siegel-Bruns. Natürlich waren die etwa zwei Stunden am Dienstag für den ein oder anderen Schüler trotz aller Aufregung auch sehr lang. Immerhin wisse man jetzt, sagt die Schulrektorin, welche Hebel bei einem solchen Alarm in Bewegung gesetzt würden und wie die Hilfe aussehe.