Kunst am Bau an Kita „Hanni Kipp-Haus des Kindes“ in Alzey

Weihten die Kunst am Bau bei Eiseskälte ein (v.l.): Christiane Thur, Katja Müller-Pettersch, Steffen Jung, Künstlerin Veronika Olma, Gerd Fluhr, Silvia Schappert, Stephanie Jung, Natalie Bauernschmitt und Anke Rebholz. © pakalski-press/Axel Schmitz

Die Bildwand an der Kita „Hanni Kipp-Haus des Kindes“ ist ein posthumes Dankeschön an die Spender Hannelore und Karl-Heinz Kipp. Es ist ein Kunstwerk aus 600 Geschenken.

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ALZEY. Veronika Olma kratzt sorgfältig die beschlagene Scheibe sauber. Das müssen an diesem Vormittag viele, aber nicht in dieser Größenordnung. Denn hier handelt es sich nicht um eine Windschutzscheibe, sondern um ihre 200 mal 200 Zentimeter große Bildwand, die jetzt als Kunst am Bau der „Kindertagesstätte Hanni Kipp-Haus des Kindes“ an der Pestalozzistraße der Öffentlichkeit übergeben worden ist.

Dieses besondere mosaikartige Kunstwerk verlangt vom Betrachter, insbesondere von den Gästen der Einweihung durch Bürgermeister Steffen Jung, es sowohl aus der Nähe als auch von Weitem auf sich wirken zu lassen. Nähert man sich dem Gebäude, lächelt einen die Namensgeberin der Einrichtung an. Steht man direkt davor, sieht man fast „600 Geschenke für Hanni Kipp“, nämlich Zeichnungen von vielen der 155 Kinder, die diese Einrichtung besuchen und die ihre Bilder der Künstlerin zur Verfügung gestellt haben. Sie sind ein „posthumes Dankeschön“ für die Zwei Millionen Euro-Spende des Ehepaares Hannelore und Karl-Heinz Kipp zum Bau der Einrichtung. Wie Anke Rebholz vom Fachbereich Bildung und Soziales und Silvia Schappert vom Bauamt berichteten, hat der Entwurf der freischaffenden Künstlerin aus Enkenbach-Alsenborn das Entscheidungsgremium der Stadt von Anfang an begeistert. Außer der Idee vom Portrait der Sponsorin habe ihnen die Beteiligung der Kita-Kinder, die hier gemeinsam künstlerisch aktiv werden konnten, und die innovative Technik gefallen.

Olma hatte einen Teil der zwanzig Zentimeter großen, von den Kindern mit Zeichnungen versehenen weißen Original-Papierquadrate dabei. Jede dieser Arbeiten hatte sie abfotografiert, auf Vier-Zentimeter-Format verkleinert und mit einem farblich zur bereits vorhandenen Fassadenverkleidung und den Türen passenden Hintergrund in Orange- und Rottönen versehen. Zu dem Portrait von Hannelore Kipp zusammengesetzt, wurde das Mosaik dann im UV-Glasdruckverfahren auf die Träger-Scheibe gedruckt und unter der Bauleitung ihres Mannes Wolfgang Löster neben dem Eingang auf einen Ständer aus verzinktem Stahl montiert.

Zu Recht stolz auf das unter ihrer Mitwirkung entstandene Kunstwerk sind auch die Kinder, Eltern und Erzieherinnen sowie die Leiterinnen Katja Müller-Pettersch und Christiane Thur. Zum Anlass passend begrüßten die Vorschulkinder der „schlauen Füchse“ die Gäste mit dem Lied „Baut uns ein Haus, das uns beschützt“. Wie die Leiterinnen erzählten, können sie immer wieder beobachten, wie gern die Kinder ihre Eltern und Großeltern zu der imposanten Bildtafel führen, um ihnen ihren ganz persönlichen Beitrag zu zeigen, sei es ein Anfänger-Gekritzel, ein Gegenstand, ein Peace-Zeichen, ein Regenbogen, ein Tier oder ein Gesicht.

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Nach Meinung der Künstlerin führt die Gemeinschaftsarbeit zur Identifikation mit der Kindertagesstätte, dem Haus mit dem im wahrsten Sinne des Wortes „lächelnden Gesicht“.

Eine Plakette mit QR-Code soll noch an dem Kunstwerk befestigt werden und über Verlauf und Hintergründe der Aktion informieren.