EU-Malwettbewerb zeigt Fantasien vom „Europa der Kinder“

Bei der Preisverleihung in der Schalterhalle der Sparkasse konnte man auch die Werke der Schüler bewundern: 29 von 96 Arbeiten wurden beim europäischen Malwettbewerb bedacht. Foto: BK/Axel Schmitz

29 von 96 Werken aus vier Schulen wurden bei der Preisverleihung des europäischen Schülerwettbewerbs „Yourope – es geht um dich“ in der Sparkasse in Alzey ausgezeichnet.

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ALZEY. Künstlerisch und kreativ haben sich Mädchen und Jungen aus vier Schulen intensiv Gedanken zu Europa gemacht. Ihre gemalten Bilder, Collagen und Videoanimationen sind jetzt zwei Wochen lang in der Schalterhalle der Sparkasse in Alzey zu sehen. 29 der insgesamt 96 Arbeiten, die im Rahmen des von der Europa-Union ausgeschriebenen Schülerwettbewerbs „Yourope – es geht um dich“ eingereicht wurden, hat eine Jury mit Preisen bedacht.

In seinem Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung und der Preisverleihung unterstrich Sparkassenvorstand Wolfhard Hensel die große Bedeutung des geeinten Europas für das Leben in Frieden und Freiheit, für wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Bereicherung. Das gelte es zu stärken und zu bewahren.

Landrat Ernst Walter Görisch, seines Zeichens auch Vorsitzender des Kreisverbandes Alzey-Worms der Europa-Union, überreichte Urkunden und Präsente an die Preisträger. Mit Blick auf die gerade erfolgte Europawahl sagte er: „Nicht nur den Wahlberechtigten, sondern auch unseren Jüngsten muss Gehör verschafft werden. Die Zukunft Europas seid ihr!“

Dem Aufruf der Europa-Union, sich am Wettbewerb zu beteiligen, folgten im Landkreis vier Schulen: die Grundschulen Albig und Gundersheim sowie das Gymnasium am Römerkastell und das Elisabeth-Langgässer-Gymnasium. „Ich freue mich, dass auch in unserem Kreis Jahr für Jahr Schulen für eine Teilnahme gewonnen werden können. Aber ich muss an dieser Stelle bedauernswerterweise zum wiederholten Male anmerken, dass es wünschenswert wäre, wenn sich künftig noch mehr Schulen beteiligen würden“, merkte Görisch an.

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Bundesweit verzeichne der Wettbewerb jährlich rund 80 000 Teilnehmende, die aus mehr als 1000 Schulen kommen. Von der ersten Klasse bis zum Abitur seien Schüler eingeladen, zu aktuellen europäischen Themen kreative Beiträge einzureichen.

Die Jüngsten griffen zu Buntstiften und anderen Malwerkzeugen, um Erfinder und Erfindungen, die Europa verändert haben, ins Bild zu setzen. Da kamen selbstverständlich Gutenbergs Erfindung und die des Automobils zu Ehren. Fantasievoll setzten sie auch das Thema „Mit dem Flugtaxi durch Europa“ um und präsentierten ihre Vorstellungen von einem Europa, in dem Kinder die Macht haben.

„Lass’ dir deine Meinung nicht bilden, bilde dir deine eigene“ – das ist die Aussage eines der Werke aus den Themenbereichen „Influenced“ und „Social Media“, denen sich die Gymnasiasten widmeten. Kritisch betrachteten und entlarvten sie TV-Werbung, die öffentliche Diskussion beeinflussende Fake News, Filterblasen und Social Bots, durch die Manipulation im weltweiten Netz betrieben wird. Wie eine Kampagne aussehen kann, mit der Menschen in EU zur Wahl aufgerufen werden können und wie US-Präsident Trump aus Sicht junger Europäer wirkt, das waren weitere Betätigungsfelder für die Kreativen der beiden Alzeyer Gymnasien.

„Herrlich freche, künstlerische Freiheit“

Als führendes Mitglied der Jury lobte der rheinhessische Künstler Ehrhard Hütz die von den Kindern und Jugendlichen eingereichten Beiträge. Sie zeigten eine „herrlich freche, künstlerische Freiheit“, eine schon mal das Format sprengende Kreativität, konstatierte er. Hütz appellierte an die Pädagogen, die Kinder zu einer kreativen Nutzung der digitalen Welt zu führen, „ohne das händische Schaffen zu vernachlässigen“.

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Görisch ergänzte, die Wettbewerbsthemen seien ein hervorragendes Instrumentarium, die europäische Dimension im Schulunterricht zu erschließen, ob sprachlich oder – wie hier – visuell. „Die Themen zeigen die Vielfalt Europas auf und machen gleichzeitig darauf aufmerksam, dass Europa ein ständiger Entwicklungsprozess ist, der durchaus Veränderungen bedarf. Diese gilt es anzustoßen und dann auch umzusetzen.“