Der Valencianische Komponist Ferrer Ferran spricht im...

Ferrer Ferran hat für das Da-Capo-Festival eine Welturaufführung komponiert.Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Ferrer Ferran gilt als einer der besten zeitgenössischen Komponisten der Welt. Am Sonntag steht er bei Da Capo mit den Cinephonics auf der Bühne – zur Weltpremiere eines...

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ALZEY/VALENCIA. Ferrer Ferran gilt als einer der besten zeitgenössischen Komponisten der Welt. Am Sonntag steht er bei Da Capo mit den Cinephonics auf der Bühne – zur Weltpremiere eines Musikstücks, der Cinephonics-Ouvertüre, die er speziell für diesen Anlass geschrieben hat. Die AZ führte im Vorfeld ein Interview mit dem berühmten Musiker aus Valencia, der am Conservatorio Superior de Música de Valencia als Komponist, Pianist, Dirigent und Lehrer arbeitet.

Ferrer Ferran hat für das Da-Capo-Festival eine Welturaufführung komponiert.Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Herr Ferran, Sie sind ein weltweit aktiver, anerkannter und prämierter Komponist. Wie kam ausgerechnet der Kontakt zu einer kleinen Stadt wie Alzey zustande?

Die Organisatoren dieser großartigen Veranstaltung (Da Capo) haben Kontakt mit mir aufgenommen und nachgefragt, ob ich dieses Jahr ihre Veranstaltung mit meiner Musik und als Dirigent mitgestalten könnte. Es hat mich sehr gefreut, als ich erfuhr, dass ich am gemeinsamen Musizieren hier in Deutschland teilnehmen kann, und das an einem so magischen Ort wie dem Alzeyer Schloss.

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Sie arbeiten normalerweise mit berühmten Musikern und Ensembles zusammen. Was hat Sie bewogen, für die Cinephonics eine eigene Ouvertüre zu schreiben und diese hier mit jungen Musikern zu proben und im Rahmen von Da Capo als Welturaufführung zu präsentieren?

Für das Glück gemeinsamen Musizierens ist nicht die Virtuosität der Musiker entscheidend, das Glück ist geprägt von dem Interesse und dem Wunsch, den magischen Weg der Klänge zu finden, die, umgesetzt in Musik, Emotionen wecken und zum Träumen anregen. Mein einziges Ziel ist es, mit meiner Musik die Welt glücklich zu machen. Um das zu erreichen, komponiere und dirigiere ich. Es gibt zur Zeit in Alzey eine „Familie“ von 95 Musikern, die eben dieses Glück mit der Welt teilen wollen. Ob sie berühmt sind oder nicht, das ist dabei unwichtig. Das wirklich Wichtige ist, dass sie alle hier sind, um dieses Glück mit allen Zuschauern, die kommen werden, zu teilen.

Was hat Sie bei der Komposition geleitet und welchen Ideen folgt Ihre Musik?

Mit der Komposition der Cinephonics-Ouvertüre will ich dieses schöne Projekt, zu dem sich alle zwei Jahre Musiker treffen unsterblich machen. Ich musste zunächst nachlesen und mich informieren, um zu erfahren, um was es bei diesem Ereignis eigentlich geht, und ich habe dann nur versucht, alles, was ich spürte, in der Komposition festzuhalten – Action, Spaß, Liebe, Melancholie, Freude, Trauer, Illusion und Enttäuschung, aber vor allem Frieden und Glück habe ich in der Partitur versucht einzufangen.

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Sie sind mittlerweile 52 Jahre alt, was reizt Sie an der Arbeit mit jungen Menschen besonders?

(lacht) Ich bin 52 Jahre alt, aber es geht mir wie Peter Pan. Ich bin noch ein Kind mit Hoffnung und mit großer Lebenslust, mich zu freuen und andere zu erfreuen. Vielleicht ist es meine große Illusion, mit all den jungen Menschen zu arbeiten, auch mit den ‚jungen Menschen ’ im Alter von 50 oder sogar 70 Jahren, die auch noch diese Hoffnungen bewahrt haben, zu leben, zu teilen und glücklich zu sein – und das mithilfe dieser universellen Sprache, der Musik.

Ich habe mir ein paar spanische Interviews mit Ihnen angehört. Sie stammen aus einer sehr musikalischen Familie und haben seit Ihrem dritten Lebensjahr diverse Instrumente gelernt und sich mit Musik in großen Orchestern beschäftigt. Was raten Sie jungen Menschen, die ähnlich musikbegeistert sind wie Sie?

Musik ist das Medium, das Emotionen vermittelt, es ist das Medium ohne Worte, das alles sagt. Junge Menschen müssen die Welt lieben und das beste Mittel dazu ist Musik. Wer ein Instrument spielt und dabei etwas empfindet, kann diese Liebe und Emotionen auch mit anderen teilen. Das ist mein Rat, glauben Sie an sich und schließen Sie die Augen, um zu träumen, Musik wird Ihnen helfen, all dies zu erreichen.

Das Interview führte und übersetzte aus dem Spanischen Stefanie Widmann.