Wirbel um kostenlose Studentenkarten

In sozialen Medien zirkuliert Gerücht, dass Mainzer Studierende nicht mehr kostenlos ins Theater können. Das stimmt aber nur zum Teil. Dennoch herrscht Verwirrung.

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MAINZ. Wirbel um kostenfreie Theaterkarten: In sozialen Netzwerken zirkulierte am Freitag das Gerücht, dass das seit 2011 bestehende Angebot des Staatstheaters Mainz, demzufolge Studierende der Hochschule und Uni Mainz drei Tage vor Aufführung kostenlos auf Restkarten zugreifen können, aufgekündigt sei. Die Ausgehseite „Stadtfalke“ verkündete auf Facebook, Mainzer Studierende könnten nicht mehr kostenlos ins Theater. Die „bundesweit einzigartige Kooperation“ sei „aus heiterem Himmel gekündigt“ worden, hieß es in einem Post, und laufe im Juni 2019 aus. Dazu teilte das Portal den Link zu einer Online-Petition, die sich für eine Wiederaufnahme einsetzt. Um welche Studierende es sich handelt, blieb offen und sorgte für Missverständnisse.

Generell sind im Post einige Dinge durcheinander geraten. Richtig ist: Vor einigen Wochen kündigte der Allgemeine Studierendenausschuss(AStA) der Hochschule Mainz – er ist zuständig, weil die kostenlosen Restkarten auch mithilfe eines Betrags ermöglicht werden, den der AStA dem Theater pauschal zahlt – die Kooperation auf. „Die genauen Hintergründe dafür sind uns nicht bekannt“, sagt Sylvia Fritzinger, Pressesprecherin des Staatstheaters Mainz, „aber wir mussten die Kündigung natürlich annehmen“.

Nur AStA der Hochschule hat die Kooperation gekündigt

Sie betrifft aber nur die Studenten der Hochschule – der Vertrag, der mit dem AStA der Uni besteht, ist davon nicht berührt. Dieser läuft zwar auch tatsächlich im Juni 2019 aus – aber nur, weil er immer für einen begrenzten Zeitraum geschlossen wird. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Kooperation mit der Uni nicht verlängert würde, so Fritzinger. Die Nachfrage für die Studierendenkarten sei zudem hoch und gerade in dieser Spielzeit gestiegen, auch weil das Theater inzwischen über Facebook meldet, zu welchen Vorstellungen es Restkarten gibt.

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Auch im Fall der Hochschule Mainz dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Franziska Maurer vom Finanzreferat des dortigen AStA bat das „Stadtfalke“-Team in einem Kommentar unter dem inzwischen gelöschten Post darum, keine falschen Fakten zu verbreiten, und versicherte, dass der AStA das Thema im Blick habe. Sie rief Interessierte auf, zur Sitzung des Studierendenparlaments am Dienstag, 18. Dezember, 19 Uhr, in die Aula zu kommen.

Von Lauralie Schweiger und Johanna Dupré