Weihnachten im Kanzleramt mit „Kanzlerchauffeur“ Michael...

Zwei fröhlich-schnoddrige Stunden im „Unterhaus im Unterhaus“: Michael Frowin und Dietmar Loeffler präsentieren ihr Programm „Halleluja, Angela“, Frowin schlüpft in...

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MAINZ. Zwei fröhlich-schnoddrige Stunden im „Unterhaus im Unterhaus“: Michael Frowin und Dietmar Loeffler präsentieren ihr Programm „Halleluja, Angela“, Frowin schlüpft in seine Rolle als Chauffeur der Bundeskanzlerin, Dietmar Loeffler kommt als Klavierspieler hinzu. Beide stehen vor einer vertrackten Aufgabe – sie sollen die Weihnachtsfeier im Kanzleramt organisieren.

Musikalische Einlagen für ein leichtfüßiges Programm

Zunächst ist Frowin alleine, führt ein Telefonat nach dem anderen. Die Kanzlerin hat Ansprüche, auch ihre Mitarbeiter schalten sich ein. Regierungssprecher Steffen Seibert meldet sich; der Chauffeur soll verhindern, dass Peter Altmaier Pressemeldungen verschickt, weil Christian Lindner diesem immer wieder zweideutige Schreibfehler unterjubelt. Dann wird es ernst: Ursula von der Leyen ist am Apparat. Frowin: „Jede Puffmutter in Jamaika hat ihren Laden besser im Griff als Angela Merkel.“ Von der Leyen: „Das dürfen Sie nicht sagen!“ Frowin: „Verzeihung, jede geschäftsführende Puffmutter.“ Jetzt tritt Dietmar Loeffler herein, der Chauffeur ist wenig begeistert von dessen Look – ihm missfällt der abgetragene Trenchcoat des Pianisten.

Die beiden raufen sich indes rasch zusammen. Loeffler singt ein Chanson Georg Danzers, seine musikalischen Einlagen machen das Programm leichtfüßiger. Der Chauffeur klagt dem Musiker sein Leid: „Nach den geplatzten Sondierungen mit Grünen und FDP hat mich ein Sadomaso-Studio aus Templin angerufen. Katrin Göring-Eckardt hat gesagt, sie habe gelitten wie eine Hündin, für den Lindner war die Schmerzgrenze erreicht. Das Studio wollte wissen, was da gelaufen ist.“ Auch privat wird der Chauffeur von Malaisen geplagt. Sein Therapeut hat ihm attestiert, ein Gutmensch zu sein. Der Kanzlerchauffeur pinkelt zum Beispiel immer im Sitzen: „Ich setze mich sogar aufs Pissoir, selbst wenn das bescheuert aussieht.“

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Scharf geißeln Frowin und Loeffler das immer indolenter werdende Gebaren Angela Merkels, verdeutlichen die Infantilität des Satzes „Wir schaffen das“ und arbeiten heraus, dass gewiss nicht alle Menschen im Lande etwas davon haben, wenn die Regierung unentwegt mitteilt, dass „es den Deutschen im Durchschnitt noch nie so ging wie jetzt.“ Immer wieder singt das Duo, bisweilen schlägt sich Melancholie durch. Misslungen ist eine Parodie der Weihnachtsgeschichte, dennoch – ein geistreiches Programm mit Cojones.