Konzertsaison auf Schloss Lichtenberg beginnt mit Stipendiaten...

Junge Talente: Thomas Lee (Violine) und Eunyoung Kim (Klavier) spielen auf Schloss Lichtenberg. Foto: Karl-Heinz Bärtl

Opernstoffe stecken voller menschlicher Katastrophen. Davon konnten die jungen Gesangstalente beim Konzertnachmittag am Sonntag so manche Arie singen.

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LICHTENBERG. Opernstoffe stecken voller menschlicher Katastrophen, gefallen durch Liebe und Leidenschaft, und nur manchmal enden sie versöhnlich. Helden duellieren sich, Mütter unehelicher Kinder werden ins Kloster gesteckt, Wahrsagerei, Intrigen und Mord tun ihr übriges. Davon können die jungen Gesangstalente, die von der Darmstädter Da-Ponte-Stiftung auf ihrem Weg von der Ausbildung zu ersten Engagements unterstützt werden, beim Konzertnachmittag auf Schloss Lichtenberg so manch eindrucksvolle Arie singen. Über den Inhalt der Opern informiert Heinz Wissenbach mit Zitaten aus Loriots unkonventionellem Opernführer.

Von Mozarts „Figaro“ zu Bizets „Carmen“

Von Mozarts „Hochzeit des Figaro“ über Donizettis „Liebestrank“ und Verdis „Maskenball“ bis hin zu Bizets „Carmen“ und Tschaikowskis „Eugen Onegin“ reicht das Opernarien-Repertoire, das die Studenten und Absolventen der Musikhochschulen von Mainz und Frankfurt sowie der Akademie für Tonkunst Darmstadt zum Besten geben. Wahre Rohdiamanten im positiven Sinne bieten die frischen, jungen Stimmen von Eunyoung Park (Sopran), Sarah Mehnert (Mezzosopran), Alexander Bogdanov (Tenor) und Younjin Ko (Bariton).

So passt Parks reine, leichte Sopranstimme eins zu eins zu der Rolle der jungen Susanna („Figaro“). Mehnerts erstaunlich voluminöse Stimme leuchtet mit beeindruckender Reife gekonnt die vielen Facetten zweier Wahrsagerinnen-Arien aus, die der Ulrica im „Maskenball“ und die der Carmen in der gleichnamigen Oper. Bogdanovs schlanker, noch etwas verhaltener Tenor kommt vor allem bei seinem zweiten Auftritt mit dem populären „Santa Lucia“ von Cottreau zum Tragen. Souverän erzeugt Ko als Figaro aus dem Stand heraus gute Laune beim Publikum, das er nicht nur mit seiner samtweichen Baritonstimme, sondern auch mit gewandter Schauspielerei um den Finger wickelt.

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Zwischen den Gesangsnummern sind die Soloeinlagen des Geigers Thomas Lee mit vitalem, lyrischem Ton glanzvolle Höhepunkte, unter anderem mit Montis „Czardas“ und Elgars „Salut d’amour“. Großes Lob gebührt auch Eunyoung Kim, die anstelle eines Opernorchesters ohne Pause alle Künstler souverän am Flügel begleitet.