Volles Programm trotz Corona

Szenen aus dem Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ (links), dem Eventfilm „3 ½ Stunden“ (oben Mitte), „The Masked Singer“ (oben rechts) und „Ku’damm 63“, die dritte Staffel der Erfolgsserie (rechts), sowie die Maus, die 50 wird (unten). Fotos: NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle, ARD Degeto/Bernd Schuller, Marc Rehbeck/ProSieben/ dpa, Boris Laewen, WDR

Das Fernsehen steht 2021 noch im Zeichen der Pandemie, bietet aber dennoch viele neue Filme, Serien, Shows und andere Highlights.

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BERLIN. Deutschland wählt einen neuen Bundestag, die Fußball-EM soll nachgeholt werden, die „Sendung mit der Maus“ wird 50 und das Dschungelcamp geht in Deutschland statt in Australien über die Bühne: Das Fernsehprogramm wird 2021 von vielen großen und kleinen Ereignissen geprägt sein. Es wird dabei zwar immer noch im Zeichen der Coronapandemie stehen, die das Bildschirmgeschehen schon 2020 mit Sondersendungen, Shows ohne Studiopublikum und entfallenen Großereignissen enorm geprägt hat.

Szenen aus dem Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ (links), dem Eventfilm „3 ½ Stunden“ (oben Mitte), „The Masked Singer“ (oben rechts) und „Ku’damm 63“, die dritte Staffel der Erfolgsserie (rechts), sowie die Maus, die 50 wird (unten). Fotos: NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle, ARD Degeto/Bernd Schuller, Marc Rehbeck/ProSieben/ dpa, Boris Laewen, WDR

Insgesamt wird es 2021 aber wohl weniger pandemiebedingte Lücken im Programm geben als zunächst befürchtet. „Derzeit verzeichnet das ZDF keine programmlichen Ausfälle und kann viele Highlights in den nächsten Monaten zeigen“, sagt etwa ZDF-Sprecherin Cordelia Gramm und auch die anderen großen Sender blicken dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen.

Im Januar schicken ARD und ZDF zunächst zahlreiche Film-Highlights ins Rennen – das dürfte vielen Zuschauern gelegen kommen, da in diesem Winter Daheimbleiben statt Skiurlaub angesagt ist: Die ARD zeigt unter anderem das Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ (6.1.) über das Verhalten des Filmidols in der Nazizeit und das Regiedebüt von Schauspielstar Bjarne Mädel, „Sörensen hat Angst“ (20.1). Das ZDF setzt auf Hans Sigl als Bergdoktor (7.1.), der wieder Wunden heilen und Herzen brechen wird.

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Ein erster Höhepunkt des Fernsehjahres ist traditionsgemäß das Kakerlaken-Spektakel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ – es steht dieses Jahr aber unter dem Corona-Unstern: Weil die Show nicht in Australien gedreht werden kann, sendet RTL ab 15. Januar ein Ersatzformat aus einem Kölner TV-Studio. Andere Events, die 2020 wegen der Pandemie ausgefallen sind, sollen 2021 nachgeholt werden. Dazu zählt das einmalige Comeback von Thomas Gottschalks „Wetten, dass ..?“, die Fußball-EM und die Olympischen Spiele: Die Sportereignisse werden, wenn nichts dazwischen kommt, im Sommer das Programm dominieren.

Etliche Sendungen erinnern 2021 an den Bau der Mauer im August vor 60 Jahren – so ist etwa die dritte Staffel der Historienserie „Charité“ (ARD, 12.1.) vor dem Hintergrund jener Zeit angesiedelt, und der Eventfilm „3 ½ Stunden“ schildert den 13. August 1961 aus der Sicht der Reisenden des Zugs von München nach Ost-Berlin. Die Politik spielt im neuen Jahr generell eine große Rolle auf den Bildschirmen, schließlich wird 2021 ein Superwahljahr mit mehreren Landtagswahlen und Bundestagswahlen. Sogar viele Privatsender bauen in diesen Krisenzeiten, in denen das allgemeine politische Interesse explodiert ist, nicht nur auf Unterhaltungsformate wie die neue Spielshow „Murmel-Mania“ (RTL) oder das Puppenspektakel „Masked Singer“ (Pro Sieben). So dreht Stefan Aust für den RTL-Streamingdienst TV Now einen Vierteiler über die scheidende Kanzlerin Angela Merkel, außerdem plant die Plattform ein Dokudrama über den Fall Wirecard.

Gute Nachrichten kommen vom „Tatort“, denn obwohl beim ersten Lockdown viele Dreharbeiten auf Eis lagen, ist der Nachschub gesichert: „Nach heutigem Stand wird es in diesem Jahr nicht weniger „Tatort“-Erstausstrahlungen geben“, sagt WDR-Sprecherin Lena Schmitz. In der Krimireihe werden einige neue Gesichter auftauchen – Radio Bremen schickt im Mai ein neues Ermittlertrio ins Rennen und in Dortmund tritt eine neue Kommissarin ihren Dienst an. 2021 feiert außerdem der „Polizeiruf 110“ Jubiläum, der 1971 als Antwort des DDR-Fernsehens auf den „Tatort“ gestartet war. Auch Deutschlands beliebtestes Nagetier wird 50, zum Jubiläum der „Sendung mit der Maus“ läuft am 6. März eine große Samstagabendshow. Das ZDF strahlt im ersten Quartal „Ku’damm 63“ aus, die dritte Staffel der Erfolgsserie über eine Berliner Tanzschule, ein „Stubbe“-Spezial (30.1.) zum 75. Geburtstag von Wolfgang Stumph und die Serie „Tod von Freunden“ (7.2.) mit Jan Josef Liefers. Die ARD hat für den weiteren Jahresverlauf viele beachtenswerte Fernsehfilme auf der Agenda stehen, darunter „Zero“ (ARD) mit Heike Makatsch über die Risiken des digitalen Zeitalters, den Vierteiler „Die Toten von Marnow“ über Medikamenten-Versuche in der DDR oder ein Dokudrama über Rex Gildo. Auch interessant: die aufwendige Netflix-Romanverfilmung „München“ mit Liv Lisa Fries („Babylon Berlin“) über das Treffen von Hitler und Mussolini.

Das vielleicht spektakulärste Fernsehereignis wird 2021 aber bei Amazon laufen: Sofern der Zeitplan eingehalten wird, startet die Serie „Herr der Ringe“ – das Prequel zu den erfolgreichen Kinofilmen gilt mit einem Budget von mehr als einer Milliarde US-Dollar als die teuerste Serie aller Zeiten.