Exkursionen werden nachgeholt

Der OHG-Vorsitzende Michael Breitbach (Mitte) ernannte Hanno Müller (links) und Ingfried Stahl zu Ehrenmitgliedern.  Foto: OHG

Bei der Mitgliederversammlung des Oberhessischen Geschichtsvereins im Alten Schloss in Gießen gab es Vorstandswahlen und wurden zwei Heimatforscher geehrt.

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GIESSEN. Die Mitgliederversammlung des Oberhessischen Geschichtsvereins (OHG) war 2020 wegen des ersten Covid19-Lockdowns abgesagt worden. Auch in diesem Jahr konnte der traditionelle Frühjahrstermin nicht eingehalten werden. Nun waren der Einladung des Vorstands trotz Corona-3G-Regeln zahlreiche Mitglieder gefolgt und in den Netanya-Saal im Alten Schloss gekommen. Alle freuten sich, einander endlich wiederzusehen.

Der Vorsitzende Dr. Michael Breitbach berichtete zunächst, dass der Vorstand sich immerhin dreimal real getroffen habe. Die bereits reduzierte Vortragsreihe und ein Teil der Exkursionen hatten wegen der Pandemiebestimmungen allerdings abgesagt werden müssen. Sie sollen im nächsten Jahr nachgeholt werden. In die neue Vortragssaison sehe man mit Zuversicht. Allerdings sind die Vorträge zunächst Vereinsmitgliedern vorbehalten (3G-Regel), nur wenn das Kontingent des Netanya-Saals am Ende nicht ausgeschöpft wird, könnten auch Nicht-Mitglieder teilnehmen. Anmelden können sich Besucher über die Vereins-Webseite (www.ohg-giessen.de).

Die Redaktion der Mitteilungen hat kontinuierlich gearbeitet, die umfangreichen Bände 2019 und 2020 (siehe anderen Artikel) sind erschienen und können wie gewohnt im Stadtarchiv abgeholt werden. Außerdem sind die Bände mittlerweile komplett online gestellt, der Dank des Vereins gilt Volker Hess und der Universitätsbibliothek für die Bereitstellung der Plattform. Die Vertreter der Arbeitsgruppen Archäologie (Susanne Gerschlauer), Alter Friedhof (Dagmar Klein) und Museum (Jobst Krautheim) berichteten.

Nach Entlastung des Vorstands durch die Mitgliederversammlung wurde der neue Vorstand gewählt. Die Besetzung ist fast gleichgeblieben, nur Aufgabenbereiche haben sich verschoben: Burkhard Holderer gibt das Schatzmeisteramt an Klaus Stobakken ab und übernimmt selbst den zweiten Vorsitz vom ausgeschiedenen Manfred Blechschmidt. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Dr. Michael Breitbach, 2. Vorsitzender: Burkhard Holderer, Kassenwart: Klaus Storbakken, Schriftführung: Sabine Raßner. Beisitzer sind Karin Bautz, Jürgen Dauernheim, Dr. Eva-Marie Felschow, Susanne Gerschlauer, Dagmar Klein, Dr. Carsten Lind.

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Zudem wurden zwei neue Ehrenmitglieder ernannt: Hanno Müller aus Gießen und Prof. Ingfried Stahl aus Alsfeld-Angenrod. Beide sind studierte Naturwissenschaftler und waren in der Lehre tätig. Verdient gemacht haben sie sich um die Aufarbeitung der Geschichte der Juden. Hanno Müller hat für seine zahlreichen Publikationen bereits mehrere Ehrungen erhalten, dennoch war es für ihn eine aufregende Sitzung, wie er sagte. Und für den Geschichtsverein sei es eine Ehre, so ein renommiertes Mitglied zu haben, betonte Breitbach.

Auch Ingfried Stahl zeigte sich hocherfreut über die Anerkennung und verwies auf den Besuch von Nachfahren der Familie Speier Ende Oktober. Stahl hatte die Initiative ergriffen, dass deren Haus erhalten bleibt, der eigens gegründete Verein erhielt dafür den Denkmalschutzpreis des Landes Hessen. Im September 2020 wurde die Dauerausstellung des Lern- und Gedenkorts eröffnet. Eigentlich wären 23 Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft zu ehren gewesen, gekommen war nur Peter Eschke, dem mit einer Urkunde für seine Vereinstreue gedankt wurde. Die anderen bekommen die Urkunden wie gewohnt zugestellt.