Viel Qualität dank guter Chemie

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Als wären sie noch 28 Jahre jünger: Odenthal (Ulrike Folkerts) und Stefan Tries (Ben Becker) sind einander nahe wie damals. Foto: SWR/Jacqueline Krause-Burberg

Viel Luft nach unten war nach dem letzten "Tatort" aus Ludwigshafen nicht mehr. "Deus ex machina" lautete vor ein paar Wochen die Auflösung, als der Täter im Exoskelett in...

Anzeige

. Und "Die Pfalz von oben" ist tatsächlich um einiges besser gelungen als der Vorgänger. Das liegt unter anderem daran, dass der kontroverse Ben Becker als Polizist Stefan Tries dabei ist. Und es liegt auch daran, dass Becker die Rolle als Tries bereits vor 28 Jahren gespielt hat – und sich Regisseurin Brigitte Maria Bertele die Freiheit genommen hat, Szenen aus dem damaligen Fall in den neuen Film zu schneiden. Das funktioniert und wirkt.

Was ist passiert? Ein junger Polizist wird bei der Routinekontrolle eines Lkw-Fahrers erschossen. Er war Kollege und Mitarbeiter von Tries, der inzwischen das Revier in Zarten leitet. Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) kehrt nach knapp 30 Jahren nach Zarten zurück, und auf den Zuschauer warten einige überraschende Wendungen.

Worauf darf man sich freuen? Ben Becker spielt den alternden, desillusionierten Revier-Chef in gewohnt brachialer Manier. Währenddessen jagt Odenthal der Frage nach, was aus dem alten Freund geworden ist, ob sie sich überhaupt noch kennen. Die Chemie zwischen Folkerts und Becker brennt sich fast durch den Bildschirm, es ist eine Freude, den beiden zuzusehen. Darüber hinaus passt auch die Kriminalgeschichte. Es geht um Korruption, Ehrgeiz, Landleben, Frust. Außerdem sehr bizarr im Mittelpunkt des Geschehens: die Kegelbahn eines Gasthofs. Übrigens: Der Drehbuchautor (Stefan Dähnert) ist der gleiche wie damals. Auch deshalb ist hier fast alles stimmig. (Kirsten Ohlwein)

Das Erste zeigt den "Tatort: Die Pfalz von oben" am Sonntag, 17. November, um 20.15 Uhr.