Verblüffende Wendungen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec/links) fordert seinen Kollegen Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) auf, die Telefonliste herauszugeben.  Foto: Vernillo/BR

VON KIRSTEN OHLWEINEine wunderbare Regie und ein spannendes Drehbuch - der Münchner Tatort "Am Ende des Flurs" überzeugt in allen Belangen.Lisa Brenner (Fanny Risberg)...

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. VON KIRSTEN OHLWEIN

Eine wunderbare Regie und ein spannendes Drehbuch - der Münchner Tatort "Am Ende des Flurs" überzeugt in allen Belangen.

Lisa Brenner (Fanny Risberg) liegt tot vor dem Haus, heruntergestürzt aus dem zwölften Stock. Alles weist auf einen Selbstmord hin, doch die Vielzahl der Männer, die sie verehrten und liebten, macht Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stutzig. Als Leitmayr die Tote sieht, wird er blass - er war einst mit Brenner liiert. Er wird vom Fall abgezogen, ermittelt aber auf eigene Faust weiter. Doch was hat es mit dem Tod der geheimnisvollen Frau auf sich? Welcher der vielen Männer könnte der Täter sein, was haben die vielen Packungen Antidepressiva im Badschrank der Toten für eine Bedeutung und wer war Lisa Brenner eigentlich wirklich?

Die abgedrehten Schnitte und die unglaublich gute Regie, das Drehbuch, das den Zuschauer alle fünf Minuten aufs Neue überrascht - Autor und Regisseur Max Färberbock weiß von der ersten Sekunde an, wohin er mit Batic und Leitmayr in diesem Film will. Er erreicht sein Ziel mit Leichtigkeit und nimmt den Zuschauer auf eine sehr unterhaltsame Reise mit, die immer wieder verblüffende Wendungen bereithält. Auch die neuen Gesichter in München - Ferdinand Hofer als der etwas überdrehte Kalli Hammermann und Lisa Wagner als Fallanalytikern Christine Lerch - fügen sich in das stimmige Konzept. Und wem das noch nicht reicht, der sollte zumindest wegen Franz Xaver Kroetz einschalten, der in der Rolle des arroganten und von sich selbst überzeugten Brauereibesitzers Toni Feistl einen ganz starken Auftritt hinlegt.

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Färberböck blickt tief in Leitmayrs Seelenleben und gibt am Ende nicht auf alle Fragen eine Antwort. Nachdenklich, aber extrem gut unterhalten bleibt der Zuschauer zurück und wartet gespannt auf den nächsten Fall aus München.