Psychothriller ohne Thriller

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Für Odenthal (Ulrike Folkerts) wird es kompliziert. Foto: Benoit Linder/SWR

Mord im Ludwigshafener Spätkauf "LU17": Der Inhaber liegt tot hinter der Kasse. Für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) sieht es zunächst nach...

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. Doch dann finden sich Münzen in der Luftröhre des Opfers. Die Kommissarinnen suchen nach einem persönlichen Motiv für die Tat und konzentrieren sich zunächst auf die letzten zwei Kunden im "LU17": Anton Maler (Christopher Schärf) und Jannik Berg (Pit Bukowski).

So beginnt der neue "Tatort" aus Ludwigshafen: "Der böse König". Autor und Regisseur Martin Eigler konfrontiert die beiden Polizistinnen mit einer narzisstischen Persönlichkeit, die nicht nur psychologische Klarsicht, sondern vor allem auch vorsichtigen Umgang erfordert. Es geht um Lügen, zurechtgebogene Wahrheiten und am Ende auch eine ernsthafte Bedrohung.

Den Vergleich mit den letzten "Tatorten" aus Ludwigshafen hält "Der böse König" durchaus stand, weil er unvorhersehbar bleibt, schlüssig erzählt und nicht zurechtkonstruiert ist – und deshalb bis zum Ende spannend bleibt. Allerdings krankt auch dieser Film – wie seine Vorgänger – daran, dass es wirkt, als würde er dem Buch nicht gerecht. Odenthal und Stern sind in ihren letzten Fällen zu sehr nur Krimi und wagen sich zu wenig ins Genre. Gerade "Der böse König" hätte ein perfekter Krimi im Psychothriller-Stil werden können, doch mit der gewählten Inszenierung wurden die Möglichkeiten des Buches leider nicht komplett ausgeschöpft.

Dabei haben Odenthal und Stern als Team durchaus Potenzial, entwickeln sich langsam zu einer stimmigen Einheit. So ist "Der böse König" in der langen Reihe der durchwachsenen Ludwigshafener "Tatorte" der jüngeren Vergangenheit leider auch nur ein weiterer.

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Das Erste zeigt den "Tatort: Der böse König" am Sonntag, 11. April, um 20.15 Uhr.