Lawine losgetreten

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Anstoßen auf das 25-Jährige: Kommissare Ivo Batic (Mitte), Franz Leitmayr (rechts) und Kalli Hammermann (links). Foto: BR/Roxy Film GmbH/Regina Recht

Von Kirsten OhlweinDass Gewohnheiten und Traditionen in Filmen nicht zwangsläufig erzählerische Leere bedeuten, sondern im besten Fall Authentizität, beweist der Tatort aus...

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. Von Kirsten Ohlwein

Dass Gewohnheiten und Traditionen in Filmen nicht zwangsläufig erzählerische Leere bedeuten, sondern im besten Fall Authentizität, beweist der Tatort aus München mit der neuesten Produktion "Mia san jetzt da, wo’s weh tut" eindrucksvoll. 25 Jahre sind Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) im Einsatz und von Langeweile ist keine Spur zu sehen. Die Frage, ob es ein glaubwürdigeres Ermittler-Duo in der Tatort-Reihe gibt, ist eine rhetorische. Wenn zu zwei so herausragenden Charakteren und Schauspielern ein so guter Regisseur und Autor wie Max Färberböck kommt, kann nicht viel schiefgehen, obwohl "Mia san jetzt da, wo’s weh tut" einige erzählerische Hürden nur stolpernd überwindet. Färberböck hat reichlich Stoff und bekommt ihn nur bedingt verständlich unter. Dafür ganz besonders überzeugend: Jungschauspieler Max von der Groeben.

Zum Inhalt: Leitmayr und Batic haben den Mord an einer rumänischen Prostituierten aufgeklärt. Der Täter ist geständig und wird schnell verurteilt. Dass hier alles so einfach geht, schmeckt Batic nicht. Keine 48 Stunden später rollen die beiden den Fall neu auf, stoßen auf Ermittlungsfehler, treten eine Lawine los und sorgen dadurch dafür, dass im Milieu noch weitere Menschen sterben. "Milieu, Ivo", sagt Leitmayr zu seinem Kollegen, " schon mal gehört: Er blau, braucht Geld, sie plärrt, Ende."