Hanseatischer Haudrauf

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Ist mal wieder sauer: Tschiller (Til Schweiger). Foto: ARD

VON MARKUS ENGELHARDTEine Explosion katapultiert uns zum zweiten Mal in Til Schweigers "Tatort"-Paralleluniversum: Nur knapp und dank der Hilfe seines Partners Yalcin Gümer...

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. VON MARKUS ENGELHARDT

Eine Explosion katapultiert uns zum zweiten Mal in Til Schweigers "Tatort"-Paralleluniversum: Nur knapp und dank der Hilfe seines Partners Yalcin Gümer (Fahri Yardim) entgeht LKA-Hauptkommissar Nick Tschiller einem Anschlag auf Leib, Leben, Auto und Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck).

Willkommen zurück im düsteren Hamburg, wo nichts ist, wie es öffentlich-rechtliche Krimi-Klischees vorschreiben. Statt auf clevere Ermittlungsarbeit setzt Schweiger als missgestimmter Einzelgänger auf physische Konfrontation. Die Frage nach dem Täter stellt sich nicht: Tschillers Gegner ist Clan-Chef Astan (Erdal Yildiz); er steckt hinter dem Attentat auf den Großstadt-Cop mit dem verkniffenen Gesicht. Dieser nimmt das persönlich, und als seine Geliebte - Staatsanwältin Lennerz (Edita Malovcic) - in die Fänge der bösen Buben gerät, fliegen zwischen Nachtclubs und Hafendocks bald die Fetzen.

Zwar läuft so mancher Handlungsstrang ins Leere, doch die geradlinige Geschichte weiß dank straffer Inszenierung durchaus zu unterhalten. Subtile Zwischentöne finden keinen Platz, die Wendungen sind wenig überraschend, aber speziell der Showdown vor dem eigentlichen Ende rettet den Fernsehabend vor der Langeweile. Und das Ende ist erstaunlich bitter, weckt gar Interesse an weiteren explosiven Tschiller-Einsätzen in der Hansestadt, die der "Tatort" sich ruhig ab und an gönnen darf.

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Ach ja - die gute Nachricht zum Schluss: Schweiger und Nicht-nur-Film-Tochter Luna nuscheln nicht mehr ganz so schlimm wie gewohnt.