Geht an die Nieren

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Claus Grübner (Ernst Jacobi, l.) hilft von Meuffels (Matthias Brandt).   Foto: BR/die film gmbh/Hendrik Heiden

Von Conny SchneiderEr beginnt kurios, der neue "Polizeiruf" aus München, ein weiterer Fall in der Abschiedstournee von Matthias Brandt in seiner Rolle als Hauptkommissar...

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. Von Conny Schneider

Er beginnt kurios, der neue "Polizeiruf" aus München, ein weiterer Fall in der Abschiedstournee von Matthias Brandt in seiner Rolle als Hauptkommissar Hanns von Meuffels: Ein Blutbad in einer Einrichtung. Viele Tote.

Dann: Zeitsprung, neun Stunden vorher. Eine offensichtlich verwirrte ältere Frau im Morgenmantel lässt sich im Taxi vors Kommissariat bringen. Sie bezahlt ihren Fahrer mit Falschgeld und spricht von einem Mord, den sie gesehen haben will. "Da war alles voller Blut, und der Mann war tot." Erschlagen worden sei er, sagt sie.

Wie sich herausstellt, leidet die Frau (glaubwürdig gespielt von Elisabeth Schwarz) an vaskulärer Demenz und lebt in einem Altenpflegeheim. Doch von Meuffels nimmt sich der Sache an. Schnell stellt er fest, dass im Altenheim nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

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Medikamente und Fixierbänder zum Ruhigstellen der Bewohner, überfordertes Personal – Pflegenotstand ist das Thema, das der "Polizeiruf 110: Nachtdienst" von Regisseur Rainer Kaufmann schonungslos aufgreift.

"Lassen Sie Ihre Leute immer allein beim Sterben?", fragt von Meuffels, der durch seine besonnen-feinfühlige, aber auch hartnäckige Art der menschliche Gewinner dieses Dramas ist. Der Film geht an die Nieren, allerdings bleibt die Spannung im Verlauf der zähen Nacht auf der Strecke.

Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Nachtdienst" am Sonntag, 7. Mai, um 20.15 Uhr.