Flottes Tempo

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Praktikant Silvan Bühler (Mario Fuchs) und Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer) untersuchen den Fundort der Leiche.  Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Von Kirsten OhlweinAva, Schülerin eines Eliteinternats, wird nachts auf einer Landstraße von einem Lastwagenfahrer übersehen und überfahren. Die Luzerner Kommissare Reto...

Anzeige

. Von Kirsten Ohlwein

Ava, Schülerin eines Eliteinternats, wird nachts auf einer Landstraße von einem Lastwagenfahrer übersehen und überfahren. Die Luzerner Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) nehmen den Mann (Urs Jucker) am nächsten Morgen fest.

Der gesteht zwar die Fahrerflucht, doch dann ergibt die Autopsie der Leiche, dass Ava bereits tot war, als sie überfahren wurde. Jemand hat sie erschlagen. Die Ermittlungen führen die Kommissare in das Internat - und zu mindestens einem halben Dutzend möglicher Täter, darunter auch der kleine Bruder eines Emirs, der diplomatische Immunität genießt und aus der Angelegenheit eine Staatsaffäre macht.

Der Schweizer Tatort "Kleine Prinzen" beginnt mit einem Déjà-Vu-Erlebnis. Handy-Videos der Toten, um die Figur vorzustellen? Das gab es erst vor wenigen Wochen im Ludwigshafener Tatort "Du gehörst mir". Hier wurde sicher nur rein zufällig die gleiche Idee entwickelt. Schade ist es dennoch.

Anzeige

Aber: "Kleine Prinzen" ist ansprechend inszeniert, geht mit flottem Tempo voran und nervt nicht mit einer ausufernden und gleichzeitig nichtssagenden Nebenhandlung aus dem Privatleben der Kommissare. Wer nichts zu sagen hat, sollte schweigen - und das beherzigen Regisseur und Autor zum Glück. Hier wird nur angedeutet, ein Stoff entwickelt, der noch nicht erzählfertig ist. So bereitet es weiterhin Vergnügen, den Schweizer Tatort anzuschauen.