Der alte Mann und das Mehr: Kiel will zuviel

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Borowski (Axel Milberg) und Sahin (Almila Bagriacik) ermitteln an der Küste. Foto: NDR/Sandra Hoever

"Borowski und das Haus am Meer" heißt der neue Kieler "Tatort" mit Axel Milberg als Klaus Borowski. Und was irgendwie romantisch, rau, geheimnisvoll klingt, ist am Ende überladen.

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. Im Mittelpunkt steht eine Pastorenfamilie, und rund um diese Familie bildet sich eine bedrohliche Wolke aus den Themen Eifersucht, verschmähte Liebe, Demenz, Gewalt gegen Kinder und Nazi-Vergangenheit. Weil das noch nicht reicht, hat Autor und Regisseur Niki Stein kurzerhand noch ein paar Wolfshunde und einen Indianer installiert.

Eigentlich fehlen nur noch ein paar Kekskrümel, die Borowski zur rechten Zeit dem Täter in die Augen streut. Doch auf diese wartet der Zuschauer leider 90 Minuten vergebens. Schade, sie hätten dieser wirren Handlung zumindest eine ironische Note verliehen.

Aber zur Handlung: Borowski und seine Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) sind in einem Wald unterwegs, als ihnen ein Junge (Anton Peltier) vor den Wagen läuft. Der berichtet von Wolfshunden und einem Indianer, der ihm das Leben gerettet habe. Außerdem sagt er, sein Opa liege tot im Wald. Als die Kommissare den Jungen zurück zu seinen Eltern bringen, stellt sich heraus: Der Opa wird tatsächlich vermisst. Bis dahin ist die Geschichte stringent, authentisch und nachvollziehbar.

Doch der zweite Teil des Films ist konstruiert und in Strecken überzeichnet. Auch wenn Milberg wie immer in seiner stoisch-betulichen Art überzeugt: Kiel hat schon bessere Zeiten gesehen.

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Das Erste zeigt den "Tatort: Borowski und das Haus am Meer" am Sonntag, 15. Dezember, um 20.15 Uhr.