Blick nach vorn im Zorn: Faber unter Kumpeln

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Querköpfe unter sich: Rechtsmedizinerin Greta Leitner (Sybille J. Schedwill) und Faber (Jörg Hartmann). Foto: WDR/Thomas Kost

Ein toter Bergmann. Existenzangst unter Kumpeln. Dazu Streit und Intrigen im Revier. Selten konnte der "Tatort" aus Dortmund mit mehr Lokalkolorit punkten. Und selten passte ein...

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. Der streitbare Mann im Parka (Jörg Hartmann) und seine kaum minder soziopathischen Kollegen ermitteln im Mordfall eines getöteten Bergarbeiters. Andreas Sobitsch (Daniel Fritz) liegt erschossen an der Ruhr. Unter Verdacht: so ziemlich jeder, mit dem er zu tun hatte. Die Kripo bekommt es mit einem zerstrittenen Ehepaar, gierigen Investoren, einer cleveren Anwältin und einem durchgeknallten "Reichsbürger" zu tun. Und stellt schnell fest, dass es im Revier über Tage manchmal dreckiger zugeht als bei der Maloche in der Zeche.

Wurde auch Zeit: Zwar ist der durchgeknallte Kopfmensch Faber eine andere Gewichtsklasse als sein legendärer Amtsvorgänger Schimmi, genau wie einst der fluchende Ruhrpott-Bulle ist er aber tief dort verwurzelt, wo früher die Schlote rauchten. Da ist es gut, das endlich auch mal zu sehen. Ansonsten gilt: Im Westen nichts Neues. Die Mörderhatz unter Bergleuten und Bauhaien ist gemessen an manch vergangener Großtat eher Standard. Was den neuen Fall der zerrütteten Ermittler allerdings noch immer über dem "Tatort"-Durchschnitt verortet.

Es wird gepöbelt und geschubst, allein und gar gegeneinander gearbeitet, aber die stets wachsende Schar der Faber-Fans weiß: Auch Umwege führen zum Ziel. Klares Pflichtprogramm jenseits des Dschungelcamps. Und im Zweifel mit den besseren Dialogen. (Markus Engelhardt)

Das Erste zeigt den "Tatort: Zorn" am Sonntag, 20. Januar, um 20.15 Uhr.