Biederes vom Main

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Lagebesprechung: Brix (Wolfram Koch, links), Janneke (Margarita Broich) und ihr Chef Cariddi (Bruno Cathomas).   Foto: HR/Degeto/Bettina Müller

Von Markus EngelhardtDer Sonntagskrimi als Politikum: Zu sozialkritisch sei er geworden, der "Tatort". Dafür habe er an Spannung verloren, auch an Humor – und dazu...

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. Von Markus Engelhardt

Der Sonntagskrimi als Politikum: Zu sozialkritisch sei er geworden, der "Tatort". Dafür habe er an Spannung verloren, auch an Humor – und dazu ständig diese weinerlichen Ermittler mit ihren Macken und Problemen ...

Man kann es nicht jedem Recht machen, und als Drehbuchautor für die beliebteste Fernsehreihe der Republik offenbar gleich gar nicht.

Dabei macht gerade die Mischung deren Reiz aus: Wer's humorvoll mag, guckt Münster, wer es lieber düster hat, schaltet Dortmund ein. Und einmal im Jahr darf Nick Tschiller ballern, was das Zeug hält, sogar im Kino.

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Was das alles mit dem neuen Fall aus Frankfurt zu tun hat? Brix (Wolfram Koch) und Janneke (Margarita Broich) sind so etwas wie die ruhende Mitte im bunten "Tatort"-Reigen. Nicht ungewöhnlich, nicht um Innovation bemüht, dafür solide und – mit Verlaub – ein wenig bieder. So war der "Tatort" früher, so mag ihn mancher heute noch.

Diesmal bekommen es die beiden Hauptkommissare mit rechten Brandstiftern zu tun, mit Ausländerhass und afrikanischen Drogenhändlern. Man ahnt, dass dieser Themenkomplex wieder einigen sauer aufstoß;en wird. Dabei bildet der Krimi nur die Realität in "Mainhattan" ab, und das war schon immer der Dreh am "Tatort". Überraschender Lichtblick in einem ansonsten standardisierten Fall übrigens: der neue Vorgesetzte Fosco Cariddi (Bruno Cathomas), der etwas Witz und einen Hauch Chaos ins Geschehen bringt.