Bedrückend, aber sehenswert

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Voss (Fabian Hinrichs) und Ringelhahn (Dagmar Manzel) befragen die Empfangschefin im Hotel. Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Hagen Keller

Bedrückende, aber sehenswerte Motiv- und Mördersuche in Franken – Ringelhahn und Voss ermitteln in einem intensiven Drama.

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. Ein brutaler Mordfall, der vor allem eine Frage aufwirft: Warum? So auch der Titel des neuen "Tatort" aus Franken.

Der 27-jährige IT-Spezialist Lukas Keller (Casper Schuchmann) wird ermordet. Durchschnittene Kehle und nach dem Tod zugefügte Tritte ins Gesicht. Eine grausame Tat, die für niemanden nachvollziehbar scheint. Denn der junge Mann war rundum beliebt – bei seiner Freundin, seinen Eltern, seinen Kollegen. Der Schock sitzt tief – und auch das Ermittlerduo Ringelhahn (Dagmar Menzel) und Voss (Fabian Hinrichs) ist tief betroffen. Nicht nur von der Tat, sondern auch von der Schlampigkeit der Kollegen aus der Oberpfalz. Vor einem halben Jahr gab es nämlich einen ganz ähnlichen Fall. Ein junger Mann wurde damals auf die gleiche Art umgebracht. Es gab zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung, doch nur wenigen wurde nachgegangen. Hängt der Mord von damals mit dem jetzigen Fall zusammen? Ringelhahn und Voss sind nicht die Einzigen, die ermitteln. Die Eltern des Opfers versuchen auf eigene Faust herauszufinden, wer ihrem Sohn das angetan hat – und warum.

Es menschelt viel im neuen Franken-Fall. Sei es durch den Schmerz der Eltern oder die Verzweiflung von Voss, der zunehmend in Frage stellt, ob er noch der Richtige für den Job ist. Es ist ein intensives Drama mit langsamem Erzähltempo, der Schwere des Schocks und der Trauer stimmig angepasst. Spannung entsteht hier nicht durch Action, sondern den Fokus auf die Fassungslosigkeit über die Tat – und wie die Figuren aus ihr heraus agieren.

Seit 2015 ermitteln Ringelhahn und Voss im "Tatort" aus Franken. Vier der acht Folgen unter Federführung von Regisseur und Autor Max Färberböck sowie Co-Autorin Catharina Schuchmann, deren Sohn in diesem Teil das Mordopfer spielt. In den Nebenrollen mit Ralf Bauer als Obdachlosem und Götz Otto als Chef des Toten ist die Produktion namhaft besetzt. Authentisch wirken vor allem Valentina Sauca und Karl Markovics, die getrennt lebenden Eltern, die der Tod ihres Sohns neu zusammenschweißt. Bedrückende, aber sehenswerte Sonntagabendunterhaltung!

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Das Erste zeigt den "Tatort: Warum" am Sonntag, 1. Mai, um 20.15 Uhr.

Von Conny Holtfoth