Aus der Realität gefallen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Odenthal (Ulrike Folkerts, l.) und Stern (Lisa Bitter) suchen den Besitzer eines Rollstuhls. Foto: SWR/Sabine Hackenberg

Die positiven Aspekte vorab: Die Schauspieler überzeugen, vor allem Sebastian Bezzel (selbst ehemaliger "Tatort"-Kommissar). Heinz Hoenig spielt mit. Die Regie ist gelungen,...

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. Und die beiden Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) haben inzwischen eine Dynamik entwickelt, die Lust auf mehr macht. Stern hat sich nach einer langen Eingewöhnungsphase endlich etabliert und bildet einen starken Gegenpol zu Odenthal.

Der neue "Tatort" aus Ludwigshafen - "Maleficius" - bringt jedoch vor allem erzählerisch einige Schwächen mit. Tom Bohn (Buch und Regie) erforscht im Film die Möglichkeiten der Gehirnstimulation und der neuronalen Forschung. Das klingt interessant und ist zu Beginn des Films auch spannend umgesetzt. Doch im letzten Drittel fällt der "Tatort" ein wenig aus der Realität und wirkt überzeichnet und überkonstruiert. Auf bissige Dialoge folgen spannungsarme. Viele aufeinanderfolgende Szenen wirken zusammenhanglos. Wo will Bohn hin, was möchte er uns sagen? Diese Fragen bleiben leider unbeantwortet.

Zum Inhalt: Ein Rollstuhl steht am Ufer des Rheins. Sein Besitzer ist verschwunden, nur eine Brieftasche ist zurückgeblieben. Odenthal und Stern können weder Suizid, Unfall oder Mord ausschließen. Sie recherchieren die Krankengeschichte des Verschwundenen und stellen fest: Alles spricht für Suizid. Bis die Leiche einer Ärztin gefunden wird. (Kirsten Ohlwein)

Das Erste zeigt den "Tatort: Maleficius" am Sonntag, 8. September, um 20.15 Uhr.