Abgang im Alleingang

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Allein am Schreibtisch: Hauptkommissar Stark (Boris Aljinovic) in seinem letzten Fall.  Foto: Batier/RBB

VON MARKUS ENGELHARDTTraurig guckt er, traurige Musik ist zu hören, wann immer er einsam am Schreibtisch sitzt, und wenn die Kollegen mit ihm sprechen, gucken auch sie ganz...

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. VON MARKUS ENGELHARDT

Traurig guckt er, traurige Musik ist zu hören, wann immer er einsam am Schreibtisch sitzt, und wenn die Kollegen mit ihm sprechen, gucken auch sie ganz traurig: Seinen letzten Fall muss Kriminalhauptkommissar Felix Stark (Boris Aljinovic) ohne seinen Partner Till Ritter lösen. Nach zwölf Jahren hat Darsteller Dominic Raacke das Handtuch geschmissen.

Sein Alleingang führt Stark nicht nur durch die grauen Straßen Berlins, er sieht sich zudem mit übersinnlichen Mächten konfrontiert. Die leicht anämisch wirkende Norwegerin Trude (Lise Risom Olsen) hat einen Mord geträumt, der dann tatsächlich passiert. Das macht den Ermittler nicht weniger missmutig, und die Tristesse der Hauptstadt dürfte ebenfalls nicht helfen, seine Laune zu heben. (Nebenbei gefragt: Muss eigentlich wirklich jeder "Tatort" in Grautönen daherkommen? Darf nur noch in Münster geschmunzelt werden?)

Sein junges Team ist kein Ersatz für Großstadt-Cowboy Ritter. Und so gibt der kleine Kommissar den verbitterten Streiter für das Gute. Das ist oft ein wenig pathetisch inszeniert, punktet allerdings mit einem so mutigen wie kontroversen Ende, das die Fangemeinde spalten wird. Weniger hätte der gute Stark auf den letzten Metern auch nicht verdient.