Druckerfürst als Bronzeguss: Drucksymposium des Essenheimer...

Zum Gutenberg-Jahr lässt der Essenheimer Kunstverein seine bewährte Allianz mit dem Druckladen des Gutenberg-Museums wieder aufleben. Begleitend zur großen Ausstellung über...

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MAINZ. Zum Gutenberg-Jahr lässt der Essenheimer Kunstverein seine bewährte Allianz mit dem Druckladen des Gutenberg-Museums wieder aufleben. Begleitend zur großen Ausstellung über die Entwicklung der Druckkunst in Asien und Europa im Gutenberg-Museum, deren Eröffnung für den April anvisiert ist, hat Kunstverein-Kurator Andreas Preywisch ein Drucksymposium initiiert, das vom 11. bis zum 17. Juni parallel in Essenheim und im Druckladen stattfindet.

Künstlern live über die Schulter schauen

Insgesamt zwölf Künstler – sechs aus der Mitgliederschaft des Kunstvereins und sechs bundesweit tätige Kreative – sollen sich bei ihren „Work-in-progress“-Arbeiten vor Ort mit Johannes Gutenberg auseinandersetzen. Im Kunstverein Essenheim stehen den Künstlern für ihre Werke vier Pressen zur Verfügung, unter anderem auch eine Hochdruckpresse als Leihgabe des Druckladens. Während der Arbeitsphasen von Montag bis Donnerstag, jeweils 10 bis 17 Uhr, könne man den Symposiumsteilnehmern live bei ihren Druckkünsten zuschauen, erzählt Preywisch. Die Ergebnisse können dann vom 15. bis 17. Juni in Ausstellungen im Kunstverein und im Druckladen bewundert werden.

Zehn Prozent der Verkaufserlöse kommen der Modernisierung des Gutenberg-Museums zugute. Für eine weitere Anregung des Kunstvereins, in Mainz kleine Gutenberg-Statuen des Künstlers Ottmar Hörl, der 2017 den Wittenberger Marktplatz mit Heerscharen von Mini-Luthern pflasterte, zu drapieren, seien keine Sponsoren gefunden worden, sagt Preywisch. Hörls Gutenberg-Armee mit 155 seriellen Skulpturen des Drucker-Genies bevölkert nun vom 17. August bis 23. September das Außengelände der kurfürstlichen Burg in Eltville.

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Aber auch in der Gutenbergstadt präsentiert sich der „Millennium-Mann“, von dem es kein überliefertes Bildnis gibt, in einer neuen künstlerischen Inkarnation. Als verschmitzt lächelnden Letternfürsten hat ihn Carmen Stahlschmidt in einer circa 56 Zentimeter hohen, rot leuchtenden Terrakottaskulptur verewigt, die derzeit im Innenhof der zu Kunstschauräumen umfunktionierten Markthäuser ausgestellt ist.

Von der Keramikbüste können in einer maximalen Auflage von zwölf Exemplaren Bronzeabgüsse hergestellt werden, die für 9000 Euro zu haben sind. Wobei die (Mainz)-05-Signatur, die Stahlschmidts frisch geschaffene Gutenberg-Figur in Händen hält, auch durch die Buchstaben-Paare JG oder MZ ersetzt werden kann. 500 Euro des Gesamtpreises fließen an das Gutenberg-Museum, das bereits ein Ankauf-Angebot erhalten hat.

Für den kleineren Geldbeutel gibt‘s den Gute-Laune Bronze-Guddi in einer 13-Zentimeter-Version für 500 Euro inklusive 50-Euro-Spende für das Gutenberg-Museum. Die Ausstellung in den Markthäusern ist von Dienstag bis Samstag, 11 bis 19 Uhr, geöffnet.