Nachwuchs wird immer gebraucht

Drehleiter-Klettern war eines der Highlights beim Fest der Feuerwehr in Rohrbach, die seit 80 Jahren besteht. Foto: Miriam Gartlgruber  Foto: Miriam Gartlgruber

80 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rohrbach, das heißt acht Jahrzehnte Brandeinsätze und Voraushilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Übungsstunden, Lehrgänge und vor allem:...

Anzeige

ROHRBACH. 80 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rohrbach, das heißt acht Jahrzehnte Brandeinsätze und Voraushilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Übungsstunden, Lehrgänge und vor allem: ehrenamtliches Engagement. Damals wie heute sei dies keine Selbstverständlichkeit, weiß Martin Kräh, erster Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach.

Großes Programm am Gerätehaus

„Umso höher ist es zu bewerten, dass die Rohrbacher Einsatzabteilung in den vergangenen eineinhalb Jahren durch mehrere Quereinsteiger sowie die gute Jugendarbeit von 19 auf 30 Einsatzkräfte angestiegen ist“. Eines der wichtigsten Anliegen ihrer Arbeit bestünde darin, schon Kinder an die Aufgaben der Feuerwehr heranzuführen, um so eine frühe Bindung erwirken zu können. „Natürlich mit dem Ziel, später genügend Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr zu haben, die aktuell leider nur aus zwei Mitgliedern besteht“, bedauert Kräh.

Um den Bürgern ihre Arbeit zu präsentieren und im besten Falle gleich ein paar neue Mitglieder zu generieren, gab es zur Feier des 80-jährigen Feuerwehr-Bestehens am Wochenende ein großes Programm rund ums Gerätehaus. Musik, kulinarische Spezialitäten und viele Möglichkeiten aktiv zu werden, lockten zahlreiche Besucher an. Zum Festauftakt mit Reden spielte das Jugendstadtorchester. Livemusik gab es am Samstagabend mit der Band „Trio-West“ an der Feuerwehrbar. Am Sonntag hatten dann vor allem die kleinen Gäste ausreichend Gelegenheit sich auszutoben.

Anzeige

Schwindelfreiheit war beim Drehleiter-Klettern von Vorteil, denn hier ging es hoch hinaus. Gut gesichert mit Gurten und Helm, trauten sich einige der Kinder das frei schwingende Seil, das an der zehn Meter hohen Drehleiter des Feuerwehrautos befestigt war, zu erklimmen. „Ich hätte mich nicht getraut“, sagte ein Vater lachend.

Spannend wurde es im Anschluss bei der großen Schauübung, bei der einige Feuerwehrmänner eine Menschenrettung aus einem verunglückten Auto vorführten – von Kopf bis Fuß in standesgemäßem Schutzanzug. Ein schrottreifer Wagen mit Beulen und herausgebrochenen Scheiben stand bereit, als das rote Feuerwehrauto mit lautem „Tatü-Tata“ um die Ecke brauste.

Dies lockte sogar einige Passanten an, die eigentlich auf dem Sonntagsspaziergang nur eine Runde um den Bock drehen wollten. Schnell war jedoch klar, dass es sich bloß um eine Übung und nicht, wie zunächst befürchtet, um einen echten Einsatz handelte. Die verschiedenen Schritte und Vorgehensweisen während der Übung wurden zum besseren Verständnis kommentiert. Solche Aktionen sollten zeigen, welch wichtige Aufgabe Freiwillige Feuerwehren wahrnähmen und dass sie sich damit zum Wohl und Schutz der Bürger einsetzten – 365 Tage im Jahr, bei Wind und Wetter, so Kräh.

Einst mit 39 Mitgliedern gegründet, hat die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach aktuell 310 Mitglieder – allein im vergangenen Jahr konnten über 50 neue geworben werden. Zuletzt haben die Mitglieder die Jugendarbeit ausgeweitet, unter anderem wurden zwei Kindergruppen ins Leben gerufen. Trotzdem betonen die Verantwortlichen: „Wir brauchen unbedingt weitere Mitglieder.“

Von Miriam Gartlgruber