Bei Rauswurf eines Betrunkenen an Bord

Ein Betrunkener randaliert im Flugzeug, beschimpft die anderen Passagiere als „Nazis“. Ein Ferienflieger der Condor ist zwischen Frankfurt und Fuerteventura im...

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MEISENHEIM/FARO. Ein Betrunkener randaliert im Flugzeug, beschimpft die anderen Passagiere als „Nazis“. Ein Ferienflieger der Condor ist zwischen Frankfurt und Fuerteventura im portugiesischen Faro außerplanmäßig gelandet, um den 40-jährigen Krawallmacher vor die Bordtür zu setzen. In Deutschland berichteten am vergangenen Freitag die Medien über den Vorfall – der Meisenheimer Markus Pape, Geschäftsführer und Küchenchef des Hotel-Restaurants „Meisenheimer Hof“, saß mit an Bord.

Laut Pape war der stark alkoholisierte Mann aus Hanau schon beim Einstieg in die Condor-Maschine (Boeing 665-300) aufgefallen. Vor dem Start war der unangenehme Fluggast von seinem Platz aufgestanden und hatte versucht, von einer Stewardess alkoholischen Nachschub zu bekommen. Diese bat ihn um etwas Geduld und versprach ihm bevorzugte Behandlung, wenn er sich jetzt erst einmal wieder hinsetze. Der Mann folgte und setzte sich mit intensiver Alkoholfahne in die Reihe hinter Familie Pape.

Kräuterschnaps, Whisky und ein Piccolo

Gleich nach dem Start wurde er mit einem Kräuterschnaps, einem Whisky und einem Piccolo-Sekt belohnt. Doch damit war er nicht lange ruhig zu stellen. Er verlangte lautstark nach noch mehr Alkohol und beleidigte benachbarte Fluggäste mit deutsch-feindlichen („Ihr seid doch alle Nazis!“) und antisemitischen Aussagen. Wegen der lauten und dunklen Stimme, bekam es Papes Tochter Pia mit der Angst zu tun. Ihr Vater bat deshalb mehrfach das Flugpersonal, den sehr unangenehmen Sitznachbar zur Ruhe zu bringen.

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Um eine weitere Eskalation zu verhindern, versetze die Crew den Störer in die bis dahin unbesetzte letzte Reihe. Nur durch einen Flugbegleiter, der sich neben dem Trunkenbold platzierte, konnte der Mann gehindert werden, weiterhin die Stewardessen zu belästigen, um noch mehr Alkohol zu verlangen.

Über die Lautsprecheranlage des Flugzeugs kündigte schließlich der Pilot an, dass er sich zu einer Zwischenlandung gezwungen sehe, falls der Randalierer weiterhin keine Ruhe gebe und die Flugbegleiter noch länger belästigen würde. Von der Warnung ließ sich der Trunkenbold jedoch nicht beeindrucken. Es kam, wie es kommen musste – wenig später landete die Maschine auf dem Flughafen Faro, wo die örtliche Polizei den Störenfried einlud. Der Beifall aller anderen Passagiere begleitete den Abgang des Randalierers.

20 Passagiere verpassen ihre Anschlussflüge

Die 200 anderen Fluggäste setzten ungestört ihre Heimreise fort, aber trafen mit fast zwei Stunden Verspätung in Frankfurt ein. Rund 20 Passagiere verpassten dadurch ihre Anschlussflüge. Hinsichtlich der dadurch entstehenden Kosten können sie den Randalierer zivilrechtlich belangen.

Auch für die Flugplatzgebühren sowie Kerosin- und Personalkosten, die durch die von ihm provozierte Zwischenlandung angefallen sind, muss der Schluckspecht wahrscheinlich haften: Allein durch die Fluggesellschaft können 5000 bis 10 000 Euro an Schadenersatz zusammenkommen. Außerdem kann gegen den Mann ein lebenslanges Flugverbot verhängt werden.