Wohltat für Körper, Geist und Seele

Nach der Verleihung packen die Schulsprecher Paula Bühren und Leonard Holstein Geschenke aus. Links Rektorin Witkowski, rechts der Minister. Foto: hbz / Michael Bahr

In Kostheim hat Kultusminister Alexander Lorz die Carlo-Mierendorff-Schule zu einer „gesundheitsfördernden Schule“ ernannt. Es geht um mehr Bewegung und um Demokratie.

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KOSTHEIM. Einen weiteren Pluspunkt erhielt die Carlo-Mierendorff-Schule. Sie ist nach den Maßstäben des hessischen Kultusministeriums zu einer „gesundheitsfördernden Schule“ erklärt worden. Es gehe nicht nur um Ernährung und Bewegung, sondern auch um die psychische Gesundheit, sagte die Rektorin Vera Witkowski.

Minister Alexander Lorz (CDU) überreichte das Zertifikat bei einer Feierstunde im Bürgerhaus und gab ein Schild hinzu. Das soll an der Schule in der Herrenstraße angebracht werden und nach außen den Anspruch kenntlich machen. Demokratieförderung, Gewaltprävention, Denken in Gemeinschaft, Handeln im Team: Das alles verbirgt sich zusätzlich zu Ernährungs- und Bewegungsfragen hinter dem Prädikat „gesundheitsfördernde Schule“. Auf diesen Titel hatte die Carlo-Mierendorff-Schule sechs Jahre lang hingearbeitet und eine Station nach der anderen besetzt. Bewegung, Ernährung und Gewaltprävention lauten die Stichworte. Die Schule wolle Antworten auf die Frage geben, ob sich das Leben zum Gesunden oder zum Ungesunden verändere.

Lernen, die Kinder bewusst in den Blick zu nehmen

Die Gesellschaft wandele sich. In einer gesunden Schule müsse man lernen, auf die Mitmenschen zu schauen und Kinder bewusst in den Blick zu nehmen, sagte die Rektorin.

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Gesamt- und Schulkonferenz sowie die Elternvertretung hatten den Prozess des Anerkanntwerdens als „gesundheitsfördernde Schule“ in Gang gebracht. Eine Steuergruppe behielt das große Ziel im Blick. Bis alles in Fleisch und Blut übergegangen und der Schulbetrieb umgestellt sei, bedurfte es einer langen Zeitspanne. „Alle müssen an einem Strang ziehen für eine gesundheitsfördernde Schule, bis sie es geschafft hat“, sagte der Kultusminister. Dass die Mierendorff-Schule das geschafft habe, sei eine besondere Leistung.

Die Grundschule in Alt-Kostheim ist eine der wenigen im Wiesbadener Stadtgebiet, die dieses Prädikat erhielt. Und eine der ersten in Kastel und Kostheim. Auch die Stresemann-Schule in Kastel befindet sich auf einem guten Weg, um das Zertifikat zu bekommen. Doch die Mierendorff-Schule ist früher dran. 200 Schüler applaudierten, als zwei neue Schulsprecher die Moderation der Feierstunde übernahmen. Auch darin steckt ein Stück gesunde Schule: Mitbestimmung hat einen hohen Wert, eröffnet wurde die Feier ebenfalls gemeinschaftlich, mit Liedern und Tanz. Die Schüler des zweiten Jahrgangs traten zusammen auf.

Gesundheitsförderung fängt in der Mierendorff-Schule auf dem Schulweg an. Lieber zu Fuß als im Auto gebracht zu werden: Bewegung in frischer Luft sorge für einen aufgeweckten Geist. Mancher werde erst auf dem Schulweg richtig wach, sagt die Rektorin. So gehe es den ganzen Tag weiter, mit bewegten Pausen und Bewegungspausen. Frische Luft mache den Kopf frei. Im Sachunterricht würden dann Themen wie Zahngesundheit und richtige Ernährung angeschnitten.

In der Feierstunde erwähnte der Kultusminister auch die Gesundheit der Belegschaft. Man müsse darauf achten, dass die Lehrer im stressigen Schulbetrieb gesund blieben, sagte der Minister. In der Steuergruppe der Mierendorff-Schule befasst sich Konrektorin Katrin Kastner mit diesem Teilaspekt.

Bei der Übergabe des Zertifikats gab es mancherlei Geschenke. Einmal waren es 500 Euro aus dem Budget des Ministeriums. Die Grundschule will mit dem Geld eine Erste-Hilfe-Ausbildung von Lehrern bezahlen. Dann war es ein Spiel, der „Fröbelturm“, für bis zu 24 Kinder. Der Turmbau gelingt nur, wenn sich alle absprechen und als Team auftreten. Welchen Sinn die Feierstunde habe, wurde gefragt. Jetzt bekomme die Mierendorff-Schule einen Orden, antworteten Schüler.