Vorlesewettbewerb an der Kostheimer Carlo-Mierendorff-Grundschule

Ein kniffliger Fall für Spürnasen, der Traum vom eigenen Pony oder erholsame Urlaubstage am Meer: Unterhaltsame Geschichten trugen die Kinder vor, die am Vorlesewettbewerb...

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KOSTHEIM. Ein kniffliger Fall für Spürnasen, der Traum vom eigenen Pony oder erholsame Urlaubstage am Meer: Unterhaltsame Geschichten trugen die Kinder vor, die am Vorlesewettbewerb der Carlo-Mierendorff-Grundschule teilnahmen. Mutig lasen sie aus ihren Lieblingsbüchern und aus unbekannten Texten – und freuten sich über Urkunden und Beifall.

Bequem im gemütlichen Lesesessel

So wie Jean-David konnten es sich die Vorleser im gemütlichen Lesesessel bequem machen und ihre kleinen und großen Zuhörer mitnehmen in ferne Welten. Der Drittklässler hatte sich ein Abenteuer der „Olchis“ ausgesucht, aus dem er spannende Passagen vortrug. Bildlich konnte man auch bei den anderen vorgestellten Büchern die Szenen vor sich sehen, begleitet von lebendig präsentierten Dialogen. Mal ging amüsiertes Kichern durchs Publikum, mal lag eine knisternde Spannung in der Luft: Wie könnte die Sache wohl ausgehen? Ob die Detektive den Fall lösen würden? Und was hatte es denn nun mit Schatzkarte und geheimen Schriftzeichen auf sich? Groß war auch die Bandbreite der Gefühle, in die sich die jungen Vorleser hineinversetzten.

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Möglichst weit vorne wollten die Schüler beim Zuhören sitzen, um richtig mitzufiebern – sowohl bei der Handlung im Buch als auch bei der Abstimmung, zu der alle Klassen ihre besten Leser ins Rennen geschickt hatten. Zuvor gab es jeweils klasseninterne Auswahlrunden mit fairem Wettbewerb, um nicht nur den besten Freunden Punkte zu geben. Damit auch die ersten Klassen mitmachen können, findet der Vorlesewettbewerb, der schon lange Tradition hat, zwischen Ostern und Sommerferien statt. Sehr sozial findet Schulleiterin Vera Witkowski die Regelung, dass nie die gleichen Leser wie im Vorjahr zum Endausscheid antreten können. Um für Abwechslung zu sorgen und auch anderen eine Chance zu geben, muss ein Jahr ausgesetzt werden. Ein Klassenrat hat sogar beschlossen, dass immer andere Kinder dran sein sollen und dürfen.

Neben der gelebten Demokratie hat auch das Vorlesen einen festen Platz in der Schule: In den Frühstückspausen wird den Kindern oft vorgelesen. Zu einem weiteren festen Ritual ist die Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag im November geworden. Denn wer diese Form der Zuwendung und Förderung genießt, greift selbst gern zum Buch und entwickelt Freude am Lesen – und das ist bekanntlich ein wichtiger Schlüssel zur Bildung.

Während die Erstklässler ihre eigenen Bücher mitbringen konnten, sollten die Besten der zweiten und dritten Klassen außerdem spontan aus fremden Texten lesen. Die Viertklässler schließlich mussten sich komplett überraschen lassen.

Reichlich Applaus gab es als Anerkennung und Ansporn beim Schritt ans Mikrofon. Denn Courage brauchte es, um sich dem Urteil der Jury zu stellen. Neben Vera Witkowski und Yvonne Leithoff als Vorsitzende des Fördervereins gehörte Anja Lauer von der Kostheimer Stadtteilbibliothek dem Gremium an. Oskar Reese und Angelina Hildebrand konnten als Schulsprecher ihr Urteil abgeben, nur beim eigenen Jahrgang setzten sie der Fairness halber aus. Bewertet wurde anhand eines Bogens mit Kriterien: Wurde fehlerfrei und flüssig gelesen? Laut und deutlich, richtig betont? Bis zu drei Punkte konnten jeweils erreicht werden. Über Urkunden und Büchergutscheine, spendiert vom Förderverein, konnten sich alle Teilnehmer freuen. Die Mitschüler jubelten mit ihnen und haben nach dem unterhaltsamen Vormittag Lust bekommen, auch selbst öfter in Bücherwelten einzutauchen. „Lesen wird ja nie langweilig“, wirbt Gewinnerin Melina für ihr Hobby. Und Diana, die ihr auf dem zweiten Platz folgt, findet es toll, wenn man auch anderen beim Vorlesen eine Freude machen kann.