Sechstklässler der Wilhelm-Leuschner-Schule stellen Verein...

Mit einem Rollenspiel machen die Schüler auf die Lebenssituation von Straßenkindern in kolumbianischen Armenvierteln aufmerksam. Foto:hbz/Kristina Schäfer  Foto:

Am siebten Sonntag im christlichen Jahreskreis fand in der Maria-Hilf-Kirche in Kostheim ein ganz besonderer Familiengottesdienst statt: der Gamines-Gottesdienst. Gamines, zu...

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KOSTHEIM. Am siebten Sonntag im christlichen Jahreskreis fand in der Maria-Hilf-Kirche in Kostheim ein ganz besonderer Familiengottesdienst statt: der Gamines-Gottesdienst. Gamines, zu Deutsch „Straßenkinder“, ist der Name eines Vereins zur Unterstützung bedürftiger Kinder in Kolumbien. Seinen Hauptsitz hat der Verein in der hessischen Landeshauptstadt. 1994 gegründet, hat er inzwischen 50 Mitglieder, die im vergangenen Jahr 18 000 Euro Spenden sammeln konnten.

Alle zwei Jahre gibt es einen Gottesdienst im Rahmen der Projekttage der Wilhelm Leuschner-Schule. Dieses Mal war es das Ziel der Sechstklässler, Spenden für Straßenkinder zu sammeln und mehr über deren Leben zu erfahren. Der Gottesdienst mit Pfarrer Gottfried Scholz, an dem sich die Schüler mit Fürbitten und einem Rollenspiel beteiligten, stand unter dem Leitspruch „Liebt eure Feinde“.

Drei Schüler stellten den Verein Gamines in aller Kürze den Gottesdienstbesuchern vor. Anschließend sprachen die Schüler Fürbitten für die Ärmsten der Armen. Musikalische Begleitung gab es durch die Gitarrengruppe „Dreiklang“ von der evangelischen Michaelsgemeinde in Kostheim, etwa mit dem Lied „Gloria, Ehre sei Gott“. Im Anschluss hielt Pfarrer Scholz eine Predigt, die vom Matthäusevangelium inspiriert war und inhaltlich an das Motto des Gottesdiensts anknüpfte.

Das Rollenspiel der Schüler beschäftigte sich mit dem Schicksal von Straßenkindern. Es wurden Fragen aufgegriffen, die die Schüler beschäftigen und das Leben von Straßenkindern betreffen, etwa „Wo schlaft Ihr?“, „Geht ihr zur Schule?“ und „Mit was spielt ihr gerne?“. Für ihr Engagement gab es für die Kinder großes Lob von Scholz. Er verglich das Handeln der Schüler mit dem Handeln Jesu, der wie sie Fragen stellte und sich in andere hineinversetzte.

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Nach der Eucharistiefeier spielte „Dreiklang“ drei weitere Lieder: „Heilig, ja Heilig“, „Friedensnetz“ und „Von dir sind wir gerufen“. Gemeinsam betete die Gemeinde das Gebet der Vereinten Nationen.

Verein unterstützt 50 Patenkinder

Der Verein unterstützt insgesamt fünfzig Patenkinder. Zwei dieser Kinder werden in diesem Jahr ihr Abitur machen und streben im Anschluss daran ein Studium an. Um weitere Spenden zu sammeln, verkauften die Wilhelm-Leuschner-Schüler an einem Stand im Eingangsbereich der Kirche aus alten Atlanten gefertigte Sterne und verzierte Kerzen.