Schunkeln, lachen, fröhlich sein

„Urgemütlich“ ist das Markenzeichen für die närrische Teestube, zu der die evangelische Michaelsgemeinde einmal im Jahr einlädt. Urgemütlich ist auch der Auftakt für...

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KOSTHEIM. „Urgemütlich“ ist das Markenzeichen für die närrische Teestube, zu der die evangelische Michaelsgemeinde einmal im Jahr einlädt. Urgemütlich ist auch der Auftakt für die Wohlfühlrunde, wenn auf den bunt dekorierten Tischen der Kaffee in den Tassen dampft und das Teestubenteam, unterstützt von den Konfirmanden, die duftenden Kreppel serviert.

Dann greift Heribert Götz bereits in die Saiten seiner Gitarre und rollt, elektronisch verstärkt, seinen großen Musikteppich aus – stimmungsreiche Hits von gestern und heute, viele alte Bekannte zum fröhlichen Schunkeln und Mitsingen nach Herzenslust: ein Melodienbogen von Rheinhessen bis nach Hawaii. Die Musik ist dabei allemal ein willkommenes Scharnier zwischen den Beiträgen aus der Bütt, anmoderiert von einem „Cowboy light“ alias Pfarrerin Susanne Jung. In die Bütt hatte sie sich diesmal noch nicht gewagt. Dafür bereitet sie für den Fastnachtsonntag eine gereimte Predigt vor.

Amüsante Geschichten aus Alt-Kostheim

Dann wirbelte sie auch schon herein in die aus dem Gemeindesaal entstandene Narrhalla: Heidi Bordiehn, eine Fastnachterin mit Leib und Seele. Als Fußballfrau und Mainz-Null-Fünf-Fan sammelte sie mit beifallsfreudigem Publikum erste Erfahrungen in der Fußballarena. Als Oma Theresa mit der „Kittelscherz“ plauderte Jürgen Hübner amüsant über das alte Kostheim, in dem es in fast jeder Straße eine Bäckerei gab. Auch an Metzgereien herrschte, anders als heute, kein Mangel. Der auf Theresa umgetextete Amandasong, mit dem der Nachwuchs in der Bütt sein Auditorium mit einbezog, gab seinen Reimen zusätzliche Würze.

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Und schließlich die Begegnung mit „Tante Else aus de Taunusstrooß“, die sich einen Vierbeiner aus dem Tierheim geholt hatte und nun ständig auf der Suche nach ihrem „Willi“ war. Über ihre Abenteuer berichtete Petra Mörbel auf höchst vergnügliche Weise in Mundart. Auf dieses Stimmungshoch packte die Ukulele-Gruppe „Die Schnorrer“ unter der Leitung von Inge Schauermann noch kräftig eins drauf. Im mitreißenden Finale stimmte eine aus neun Frauen und Männern bestehende Musikgruppe waschechte Kostheimer Lieder an wie etwa „Wenn die Schnooke am Mooufer düsen“ von Geo Wienert oder über die Bedingungen, um ein echter Kostheimer zu werden: „Sieben Schoppen musst du überstehn, sieben Mal über die Schneckenbrücke gehn“.

Der musikalische Schlusspunkt lautete „Meenz, wie bist du schee“, getextet von Reiner Göbel. Der Gruppe wurde mit herzlichem Beifall gedankt. Für sie sowie für alle anderen Mitwirkenden gab es den Michaelsorden, einen lachenden Clown, gemalt von der 95 Jahre alten Kostheimer Kunstmalerin Monika Heier. Die Programmgestaltung lag in den bewährten Händen von Marliese Mörbel.

Von Helmut Wirth