Rot-schwarz-grüne Kooperationsvereinbarung: Projekte in...

Die alten Fabrikanlagen auf dem Clemens-Gelände in der Wiesbadener Straße sind verschwunden. Auf dem Areal sollen Wohnungen gebaut werden. Foto: Wolfgang Wenzel  Foto: Wolfgang Wenzel

Rot, schwarz, grün: Auf 27 Seiten hat die neue Rathausmehrheit in einer Kooperationsvereinbarung alles zusammengefasst, was sie in den nächsten vier Jahren bis zum Ende der...

Anzeige

AMÖNEBURG. Rot, schwarz, grün: Auf 27 Seiten hat die neue Rathausmehrheit in einer Kooperationsvereinbarung alles zusammengefasst, was sie in den nächsten vier Jahren bis zum Ende der Wahlperiode abarbeiten will. In dem Programm werden zahlreiche Projekte in Amöneburg, Kastel und Kostheim aufgeführt. Nicht dazu zählt eine gymnasiale Oberstufe an der Wilhelm-Leuschner-Schule (WLS). Allgemein heißt es, dass Schulbau einer der Schwerpunkte sein werde. Damit die Sanierung öffentlicher Bauten fortgeführt werden kann, soll das Investitionsbudget schrittweise erhöht werden.

Städtebaulich geht es SPD, CDU und Grünen ums Abarbeiten von laufenden Projekten. Das Entwicklungsgebiet Kastel Ostfeld steht da an erster Stelle. Genannt werden außerdem die Main- und die Rheinpromenade einschließlich der Häfen sowie der Kasteler Westen entlang der Wiesbadener Straße. Diese Gebiete sollen bis 2021 neue Konturen erhalten, wobei die Flussufer einschließlich der Maaraue der Freizeit und der Naherholung vorbehalten blieben. Für die Stadtteile an den Flüssen ist außerdem von Relevanz, dass die neue Rathausmehrheit zusammen mit dem Regierungspräsidium und der Nachbarstadt Mainz den Schutz vor Hochwasser voranbringen will.

Stadtweit gehe es um das Bauen von 1200 Wohnungen im Jahr, 400 davon sollen öffentlich gefördert werden, auf eine konkrete Nennung der 150 geplanten Sozialwohnungen auf dem Linde-Terrain wurde verzichtet. Zur Schaffung von Baugrundstücken erhält das Instrument der Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten mehr Gewicht. Auf dem Kasteler Ostfeld/Kalkofen soll ein Neubaugebiet von 30 bis 35 Hektar Größe entstehen, das für 8000 bis 12 000 Menschen ausgelegt ist. Gedacht sei an ein „urbanes Gebiet“ in verdichteter Bauweise mit niedrigeren Schutzschwellen. 50 Hektar des Ostfelds würden für ein Gewerbe- und Industriegebiet reserviert.

Zwei neue Straßen und eine neue Bauernbrücke

Anzeige

Angebunden werden soll das Entwicklungsgebiet im Nordwesten Kastels mit einer neuen Straße zur B 455, mit dem Ausbau eines Betonwegs zwischen Fort Biehler und dem Nordportal des Dyckerhoffbruchs sowie mit einem Wiederaufbau der abgetragenen Bauernbrücke in Amöneburg, um eine Verbindung zur S-Bahnstation Wiesbaden Ost zu schaffen. Außerdem soll es einen Anschluss an die City-Bahn geben. Drei Viertel des Ostfeld-Gebiets sollen nicht bebaut werden. Die Grundstücke im Gewerbegebiet Petersweg Ost sollen laut Vereinbarung kurzfristig marktgängig gemacht werden.

Verkehrspolitisch spielt die Planung einer neuen City-Bahn-Linie von Kastel bis zur Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden eine tragende Rolle. Nicht genannt wird in der Vereinbarung ein Ausbau der Boelckestraße. Das, so hieß es in Kastel, sei nicht weiter schädlich, weil das Projekt schon in Gang gekommen sei.

Dagegen greift die neue Rathausmehrheit in ihrem Papier den Gedanken einer Stadtautobahn wieder auf. Dafür solle die A 671 zusätzliche Anschlüsse erhalten. Projekte wie Autoteilen und Elektromobilität will die neue Mehrheit ebenfalls fördern und verschlissene Straßen erneuern. Abstriche werden an den Plänen vorgenommen, an Hauptverkehrsstraßen nachts Tempo 30 zu etablieren. In der Vereinbarung von SPD, CDU und Grünen ist nur noch von einer Versuchsstrecke im Stadtgebiet die Rede. Dagegen werden eine Erweiterung der Umweltzone sowie ein Durchfahrtsverbot für Schwerlaster im Stadtgebiet unter den Aspekten von Umweltschutz und Lufthygiene konkret als Zielgrößen genannt.

In der Vertragsklausel zum Thema Freizeit und Sport nennt die neue Mehrheit den Erhalt der Bäder und Wasserflächen als Ziel, ohne sich auf Standorte festzulegen. Außerdem wollen die drei Fraktionen einen Ausbau der Deponie im Dyckerhoffbruch für die Abfallwirtschaft ermöglichen.