Närrischer Staatsempfang der Jocus-Garde

Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren beim närrischen Staatsempfang der Kasteler Jocus-Garde am Sonntagvormittag genauso stark vertreten wie die närrischen...

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KASTEL. Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren beim närrischen Staatsempfang der Kasteler Jocus-Garde am Sonntagvormittag genauso stark vertreten wie die närrischen Korporationen aus Mainz und Wiesbaden. Für Oberbürgermeister Sven Gerich war es ein Gipfeltreffen mit seinem „Lieblingskollegen“ aus Mainz, OB Michael Ebling. In seiner Rede hieß der Generalfeldmarschall der Jocus-Garde, Josef Kübler, auch Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel, Stadtrat Rainer Schuster, Horst Maus und Dacho-Präsident Simon Rottlof willkommen. In seiner launigen Laudatio wies Kübler auf das große Thema Sicherheit bei den Umzügen hin. Die Diskussionen und Maßnahmen seien wichtig und auch richtig für den Schutz der Zugteilnehmer und Besucher. Ein „klein wenig Wasser“ ließ Kübler gleichwohl in den Wein gießen, denn seit einigen Jahren machen den Vereinen erhöhte Sicherheitsauflagen für Veranstaltungen Sorgen. Dies betreffe neben Vereinsheimen auch die Festwagen bei den Umzügen, Pferde und Kutschen.

Seine Befürchtungen brachte Kübler auf den Punkt: „Wenn in diesem Tempo die Auflagen für die Vereine weitergehen, wird irgendwann den Vereinen die Luft ausgehen, Umzüge und Veranstaltungen werden ausfallen.“ Die Kosten seien irgendwann nicht mehr finanziell zu tragen. Kübler räumte ein, über kein Patentrezept zu verfügen, ein „Augenmaß wäre vielleicht ein Fingerzeig für die Zukunft“. Der Generalfeldmarschall setzte nach: „Sonst feiern wir zwar irgendwann immer noch Fastnacht, aber jeder für sich zu Hause.“

In die Pflicht nahm Kübler auch den MCV als Veranstalter: „Wir vermissen eine Rückenstärkung durch den MCV, dies hat sich wieder bei dem Thema Pferde im Umzug gezeigt.“ Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Veranstalter am liebsten diesen Aspekt verschwinden lassen möchte. „Die Reiterei ist eine uralte Tradition der Mainzer Fastnacht“, sagte Kübler. In anderen Narrenhochburgen am Rhein erführen die Veranstalter eine Unterstützung. Von der Mainzer Fastnachts-Genossenschaft verspricht sich der Generalfeldmarschall deshalb ein nachhaltiges ideelles Engagement für die Vereine und Garden. Für OB Sven Gerich, der sich angesichts der im Vergleich zu seinem „Lieblingskollegen“ eher bescheidenen „Jubel-Jubel-Stimmung“ noch beklagt hatte, erwies sich die Mahnung Küblers als willkommene Steilvorlage. Die hessische Landeshauptstadt habe auch die zusätzlichen Auflagen erfüllt und übernehme dafür auch die Kosten. Im Gegensatz zur Narrenhochburg Mainz „könne wir uns des leiste“, feixte Gerich. OB Ebling konterkarierte diese Bemerkung. „Ihr könnt das Geld rauswerfe, bei so einem kleinen Zug kann mer großzügig sein.“

Anerkennung für die ehrenamtlichen Helfer

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Dacho-Präsident Simon Rottloff wollte dies so nicht stehen lassen, nahm den Verwaltungschef in Schutz und konterte: „Mir hawwe immerhin 300 000 Besucher und außerdem die zusätzlichen Auflagen erfüllt.“ Die Sicherheit sei auch in Wiesbaden ein großes Thema sowohl für die teilnehmenden Korporationen als auch für die Zuschauer. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling blieb hinsichtlich der aufgeworfenen Sicherheits-Problematik eine Antwort schuldig, zollte aber allen ehrenamtlich Tätigen Respekt. Anerkennung für die Helferschar und die Zugleitung beim närrischen Lindwurm in AKK gab es auch von Stadtrat Rainer Schuster.