Kostheimer Landfrauen gestalten unter anderem eine Osterkrone

Fleißige Kostheimer Landfrauen basteln für die Osterzeit. Unter anderem wollen sie 80 niedliche Küken schaffen.   Foto:hbz/Jörg Henkel   Foto:

Das Brauchtum der Osterkrone pflegen die Kostheimer Landfrauen seit mehr als vier Jahrzehnten. Der 90 Mitglieder zählende Verein trifft bereits jetzt unter Leitung der...

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KOSTHEIM. Das Brauchtum der Osterkrone pflegen die Kostheimer Landfrauen seit mehr als vier Jahrzehnten. Der 90 Mitglieder zählende Verein trifft bereits jetzt unter Leitung der Vorsitzenden Peter Eckert alle Vorbereitungen, um am Samstag, 1. April, um 15 Uhr vor der Ortsverwaltung wieder eine mit 2000 Ostereiern geschmückte Skulptur präsentieren zu können. Am Sonntag, 2. April, wollen die Landfrauen nach dem Gottesdienst zudem die Kostheimer in der Siedlung mit einer mit 700 Eiern drapierten Osterkrone erfreuen. Für die künstlerische Gestaltung der Osterkronen sind viele fleißige Hände notwendig.

Brustgefieder aus zerschnippelten Weinreben

In der Bastelstube von Gabi Kraus trafen sich am Dienstag 15 Landfrauen, um ihre neueste Kreation zu schaffen. 80 Osterküken mit einem niedlichen roten Kamm, die der Landfrauenverein zum Preis von 6,50 Euro verkaufen möchten. Nachdem vor zwei Jahren die Osterhasen-Serie reißenden Absatz gefunden hatte und im vergangenen Jahr floristisch verzierte Eierschalen der Knüller waren, dürfte auch die neue Jungtier-Vogel-Armada erfolgreich sein.

Zarte Damenhände schwingen die Kordel um den Küken-Korpus. Ein ovaler Styropor-Körper in weißer Farbe, der binnen kurzer Zeit „verkordelt“ wird. Das Brustgefieder wird mit klein geschnittenen Weinreben, die Inge Burkl mitgebracht hat, ummantelt. „Babbische Finger“ bleiben da natürlich nicht aus. Der Alleskleber liegt auf jedem Arbeitsplatz griffbereit, um jetzt noch die gezupften Fasanenfedern am Korpus zu befestigen. Dann erhält der Kükenkopf ein Augenpaar – einfach goldig. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob das Hühnchen oder Hähnchen sind. Darüber haben sich die Bastlerinnen noch keine Gedanken gemacht. Ein kurzer Blick „auf die Unterseite“ des Kükens genügt der erfahrenen Landfrau, um den Piepmatz als Hühnchen zu identifizieren.

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Bei der Namensgebung tun sich die Bastlerinnen zunächst etwas schwer. Natürlich muss es ein zündender Vorname sein und prompt wird das Küken auf den Namen „Henne Berta“ getauft.

Die Damen sind von ihren Bastelergebnissen begeistert. Zehn Exemplare „gehen schon in die Produktion“.

Aber natürlich muss noch ein weiterer Termin festgelegt werden, um die Zielmarke von 80 Küken zu erreichen. Vom Erfolg der „lieben Berta“ sind die Landfrauen überzeugt, ob der kleine Symbolträger als „Goldene Henne“ in Kostheim der neue Star wird, bleibt aber vorerst noch abzuwarten. Wenn die Kassen dann klingeln, gibt es schon einen Sieger: Wie schon in den vergangenen Jahren soll der Erlös aus 50 Küken einer karikativen Einrichtung zugutekommen, sagte Eckert, hüllte sich aber bei der Namensnennung noch in Schweigen.

Reine „Frauenpower“ herrscht bei den Landfrauen nach wie vor, Männer haben keine Chance, in diese Domäne einzudringen. Wenn die lustigen Landfrauen zur Weihnacht ihre schwungvollen Lieder aufspielen, ist Werner Propp als Musikant den „geduldeten Quoten-Mann“.