Kostbare Erbschaften: Handbibliothek in Mainz feiert 50....

Ursula Hertlein (v.l.), Christian Richter, Stephan Fliedner und Thomas Busch feierten gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern das 50-jährige Bestehen der Bibliothek.Foto: hbz/Jörg Henkel  Foto: hbz/Jörg Henkel

„Eine Bücherei erfüllt ihren Zweck erst, wenn ihre Bücher gelesen werden,“ sagte der frühere Direktor der Mainzer Stadtbibliothek Dr. Jürgen Busch (1925-1965), der im...

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MAINZ. „Eine Bücherei erfüllt ihren Zweck erst, wenn ihre Bücher gelesen werden,“ sagte der frühere Direktor der Mainzer Stadtbibliothek Dr. Jürgen Busch (1925-1965), der im Alter von 40 Jahren verstarb, die Stadtbibliothek in seiner Amtszeit aber schon ins 21. Jahrhundert führte.

Damit jeder unkompliziert Zugang zu den Büchern bekommt, gibt es eine sogenannte Handbibliothek, die auf Dr. Busch zurückzuführen ist. In dem frisch renovierten Raum lädt die Stadtbibliothek zu einem Festakt ein. Viele ehemalige Mitarbeiter haben die Gelegenheit ergriffen, am Festakt teilzunehmen. Den musikalischen Rahmen gestaltete das Kammermusikensemble Mainz-Laubenheim.

Dem Direktor der Bibliotheken der Stadt Mainz, Dr. Stephan Fliedner, war anzumerken, wie bedeutend dieser Festakt ist. „Eigentlich,“ so Dr. Fliedner, „feiern wir drei Jubiläen. 50 Jahre Freihand, 50 Jahre in Gedenken an Dr. Jürgen Busch und eine Art Danke-Jubiläum an Paul Lehn, den großen Mäzen der Stadtbibliothek.“

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Zu jedem Thema, sei es Rheinhessen, die Gotik in Mainz oder Buchmalerei in historischen Büchern, stehen in der Handbibliothek Beispiele. Natürlich nicht nur ein Band, sondern auch einige das Thema weiter behandelnde Bücher, die neugierig machen.

Ursula Hertlein und Christian Richter berichteten in ihren Vorträgen über den Aufbau der Rheinhessenbibliothek und den Bestand der Handschriften, Alt- oder Sonderbestände. Viele Wissenschaftler kämen nach Mainz, die sich für die Nachlässe der 70 bis 80 000 Bücher aus der ehemaligen Universitätsbibliothek interessierten und dort besonders für das Erbe der Handschriften aus den ehemaligen Klöstern. Viele dieser kostbaren Erbschaften wurden damals in großen Hallen gelagert und fielen sowohl den Mäusen als auch dem Schimmel zum Opfer. Die Restaurierung dieser Kostbarkeiten sei noch lange nicht abgeschlossen. Paul Lehn hat mit 200 000 Euro die Aktivitäten der Stadtbibliothek tatkräftig unterstützt und dafür gesorgt, dass die Digitalisierung des historischen Bandkataloges stattfinden konnte. Thomas Busch, als Vorsitzender der Mainzer Bibliotheksgesellschaft und Sohn von Jürgen Busch, überreichte Dr. Stephan Fliedner die Festschrift zu 50 Jahren Freihand, und das Kammermusikensemble Laubenheim spielte in Gedenken zum Abschluss das für Streicher arrangierte Lied „In My Life“ von den Beatles.