Jubeln, singen und dann Altrheinfest

„Hessenliga, wir kommen“: Die feucht-fröhlichen Aufstiegs-Feierlichkeiten des VfB Ginsheim begannen schon auf dem Kunstrasenplatz des FC Alsbach und schwappten dann beim Altrheinfest in heimischer Umgebung ihrem Höhepunkt entgegen.Fotos: Thomas Zöller  Foto:

Das Platzsprecher des FC Alsbach konnte appellieren so viel er wollte, den Platz nach Spielende doch bitte nicht betreten zu wollen, schon gar nicht mit Getränken. Nachdem...

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AL. Das Platzsprecher des FC Alsbach konnte appellieren so viel er wollte, den Platz nach Spielende doch bitte nicht betreten zu wollen, schon gar nicht mit Getränken. Nachdem sich Ginsheim angesichts einer 3:1 (3:1)-Führung im letzten Saisonspiel der Verbandsliga Süd in der Nachspielzeit endlich getraut hatte, die blauen Meister- und Aufstiegs-Shirts überzustreifen, gab es bald darauf kein Halten mehr. Das Trainerduo Artur Lemm/Carsten Hennig bekam nach dem ersten Hessenliga-Aufstieg in der 101-jährigen VfB-Vereinsgeschichte schon nach wenigen Sekunden die erste Dusche, der weitere bei der sofort anrollenden Sause folgen sollten. „Ein absoluter Traum ist heute in Erfüllung gegangen“, sagte VfB-Vorsitzender Thorsten Hegmann. Und der Sportliche Leiter, Marcus Spahn, ergänzte mit tränenfeuchten Augen, „dass ich so unglaublich stolz auf die Jungs und die Trainer bin, die phantastische Arbeit geleistet haben.“

„Hessenliga, wir kommen“: Die feucht-fröhlichen Aufstiegs-Feierlichkeiten des VfB Ginsheim begannen schon auf dem Kunstrasenplatz des FC Alsbach und schwappten dann beim Altrheinfest in heimischer Umgebung ihrem Höhepunkt entgegen.Fotos: Thomas Zöller  Foto:
Hiergeblieben: Die VfB-Kicker um Kamil Kwiaton (links) hatten Gastgeber FC Alsbach (Cengiz Gencer) eim 3:1-Sieg weitgehend im Griff.  Foto:

Konzentrierte und souveräne Vorstellung vor der Pause

Dass die Ginsheimer am Ende einer famosen Saison ausgelassen singen und jubeln sowie es später beim heimischen Altreinfest bis in die Puppen krachen lassen konnten, dem lag eine konzentrierte und souveräne Vorstellung unter sengender Sonne zugrunde. „Wir haben eine überdurchschnittlich starke erste Halbzeit gespielt“, freute sich Trainer Hennig, der mit 40 Jahren nun noch eine Saison dranhängen wird.

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Goalgetter Berat Karabey ließ die Gäste früh jubeln: Ivan Raspaglia und Idris Hourle leisteten die Vorarbeit, und der Torschütze vollendete souverän (11.). Die Altrhein-Kicker kontrollierten Ball und Gegner und waren bemüht nachzulegen. Nachdem zwei kleine Schrecksekunden schadlos überstanden wurden – der Eckball von Dennis Bender streifte die Latte (13.), und nach einem Bender-Freistoß verfehlte Abdulrahman Sancak freistehend das Ziel (22.) – war es wieder soweit: Der Ball wurde im Mittelfeld erobert, Ilyasse Attia schickte Marvin Wagner über außen steil, und dessen Flanke verwertete abermals Karabey mit einem wuchtigen Kopfball zum 2:0 (36.). Es war Saisontreffer Nummer 22 für den Goalgetter, der gleich in seiner ersten Spielzeit im VfB-Dress toll eingeschlagen hat.

Ähnlich die Vorbereitung zum 3:0: Diesmal war es Lukas Manneck, der steil geschickt wurde und dessen flache Hereingabe Raspagli am zweiten Pfosten nur einschieben brauchte (45.). Ein kleiner „Schönheitsfehler“ war der Gegentreffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Den Eckball von Bender köpfte Marcel Daniel unhaltbar zum Pausenstand. Nach dem Wechsel bemühten sich die Gastgeber in der teils ruppigen Partie intensiv um den Anschluss, doch die VfB-Defensive ließ kaum Freiräume zu. Nur einmal war Keeper Lukas Langenstein gefordert, als er gegen Daniel Willhardt per Fuß das 2:3 verhinderte (62.).

„Wir hätten im zweiten Abschnitt gegen einen offensiven Gegner cleverer agieren müssen. Aber so hat man gesehen, dass noch Luft nach oben da ist“, urteilte Hennig. Das wird auch nötig sein, denn trotz fünf sicheren Zugängen weiß der ehemalige Regionalligakicker des FSV Frankfurt, „dass es sehr, sehr schwer für uns wird. In den letzten Jahren waren in der Hessenliga immer zwei Aufsteiger unter den Absteigern.“ Auf dem Platz des FC Alsbach und später beim Altrheinfest dürfte das in den VfB-Reihen niemanden interessiert haben.

VfB Ginsheim: Langenstein; Carbone, Bednarz, Jörg Finger, Wagner, Kwiaton, Raspaglia (75. Halla), Hourle, Manneck (86. Fukuhara), Attia (65. Wein), Karabey.

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Tore: 0:1 (11.), 0:2 (36.) beide Karabey, 0:3 Raspaglia (45.), 1:3 Daniel (45.+3.); Zuschauer: 250; Schiedsrichter: Krämer (Frankfurt).

Von Kostas Kounatidis und Martin Krieger