Hilft Gehirntraining gegen Demenz?

Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer kommt es zu Protein-Ablagerungen. Gesunde und krankhafte Amyloid-Proteine absorbieren Infrarotlicht unterschiedlich und können mit bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden (rechts). Foto: K. Gerwert, A. Nabers/RUB.

Es gibt noch Forschungslücken, was Demenzerkrankungen angeht, doch eins scheint sicher: Prävention spielt eine große Rolle.

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. Was ist eine Demenz?

Am Anfang der Krankheit sind häufig Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört, im weiteren Verlauf funktioniert auch das Langzeitgedächtnis nicht mehr.

Welche Formen von Demenz gibt es?

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Alzheimer ist mit zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Insgesamt sind mehr als 50 verschiedene Formen bekannt: Rund 15 Prozent sind vaskuläre Demenzen, die aufgrund einer Störung der Blutversorgung im Gehirn entstehen, bei der Hirngewebe zerstört wird. Abnorme Verdichtungen von Hirnzellen führen zu einer „Dementia with Lewy-Bodies“ (deutsch: „Demenz mit Lewy-Körperchen“). Die Symptome ähneln denen der Parkinson- und der Alzheimer-Krankheit. Bei der frontotemporalen Demenz (FTD) sind im Gehirn Stirn- und Schläfenlappen betroffen. Zu den Symptomen zählen Zappeln und Ruhelosigkeit, zwanghaftes Triebverhalten, Impulsivität, nachlassende Körperpflege, langsamer Verlust der Sprache.

Was weiß man über die Ursachen?

Bekannt ist, dass es bei der Erkrankung zu einem Absterben von Nervenzellen und der Zerstörung der Zellverbindungen kommt. Etwa, weil die Nervenzellen degenerieren, durch Gefäßerkrankungen oder in Folge einer Erkrankung.

Was sind Plaques?

Dabei handelt es sich um Eiweißablagerungen: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Sie stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen. Dadurch sterben über viele Jahre hinweg Nervenzellen und Nervenzellverbindungen ab. Betroffen sind die Regionen im Gehirn, die für das Gedächtnis, das Denken, die Sprache und die Orientierung zuständig sind: die Großhirnrinde und der Hippocampus.

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Was sind die Risikofaktoren?

Genetische Faktoren liegen nur in weniger als zwei Prozent als alleinige Krankheitsursache vor. Eine Demenzerkrankung bei Verwandten ersten Grades – Eltern, Kinder, Geschwister – erhöht das Risiko nur gering. Nach schweren Kopfverletzungen ist das Risiko höher.

Wie sieht die Behandlung aus?

Die medizinische Behandlung setzt beim Botenstoff Aceylcholin an. Es gibt Arzeimittel, die das Enzym hemmen, das für den Abbau des Botenstoffs sorgt. Das führt bei einem Teil der Betroffenen zu einer Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit. Mitunter verzögern sie auch das Fortschreiten der Symptome. Den Krankheitsprozess können sie nicht stoppen.

Wie kann man die Lebensqualität von Demenzkranken verbessern?

Im Anfangsstadium einer Demenz kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Sinnvoll ist auch, Fähigkeiten der Kranken zu trainieren und ihr Selbstwertgefühl zu stärken, etwa mit Musik-und Kunsttherapie, Bewegungs- und Sinnesübungen. Ergotherapeuten können helfen, Alltagsfunktionen zu erhalten. Es gibt auch Reha-Angebote, die gezielt auf die Symptome eingehen.

Wie kann man vorbeugen?

Durch Prävention kann das Risiko an einer Demenz zu erkranken, verringert werden. Dazu gehören Sport, eine gesunde Ernährung sowie ein aktiver Lebensstil, der die kognitiven Fähigkeiten fördert: Man sollte sich also nicht zuhause einigeln, sondern rausgehen, Freunde treffen, geistig aktiv bleiben.

Hilft Gehirntraining gegen Alzheimer?

Das Gehirn kann mit einem Muskel verglichen werden, der trainiert werden muss, um in Form zu bleiben. Das Gehirn bildet ständig neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und verliert solche, die nicht genutzt werden. Je besser die Verbindungen sind, umso eher kann ein Verlust von Zellen kompensiert werden. Eine Garantie, deshalb nicht an Alzheimer zu erkranken, gibt es nicht.

Text: Sabine Schiner, Quellen: alzheimer-forschung.de, bundesgesundheitsministerium.de