Aus SCA-Papierwerk wird Essity Kostheim

Das SCA-Papierwerk erhält einen anderen Namen. Künftig wird die Fabrik unter der neuen Bezeichnung Essity firmieren. Greifen soll der Wechsel in der zweiten Hälfte dieses...

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K. Das SCA-Papierwerk erhält einen anderen Namen. Künftig wird die Fabrik unter der neuen Bezeichnung Essity firmieren. Greifen soll der Wechsel in der zweiten Hälfte dieses Jahres, hieß es in der Pressestelle des Unternehmens in Mannheim. Damit erhalten die über 500 Beschäftigten in Kostheim vermutlich einen anderen Arbeitgeber. Im Stadtteil wird über den bevorstehenden Namenswechsel schon seit Tagen gemunkelt. Ortsbeiratsmitglieder wussten nach einem Gespräch mit der Werksleitung davon, wollten sich damals aber nicht weiter äußern.

Arbeitnehmervertreter erwarten, dass sie von den Veränderungen in dem schwedischen Konzern am Donnerstag offiziell in Kenntnis gesetzt werden. Dann würden noch einige Telefonate geführt, in denen vermutlich auch der Namenswechsel bestätigt werde, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Huth.

Im Hintergrund steht die Aufspaltung des Konzerns in zwei selbstständige Unternehmen, die jedes für sich an die Börse gehen. Eines davon solle weiterhin SCA heißen, die Abkürzung steht für Svenska Cellulosa Aktiebolaget. Darin solle künftig die Forstproduktesparte aufgehen. Das Unternehmen bezeichnet sich als der größte private Forstbesitzer in Europa, der unter anderem in Nordschweden 2,6 Millionen Hektar Waldfläche bewirtschafte. Das Hygieneerzeugnisgeschäft mache einen Anteil von 86 Prozent am Umsatz aus, das Geschäft mit Forstprodukten 14 Prozent, beides auf Basis der Zahlen von 2016. Die Vorteile für das Geschäft durch das Zusammenwirken beider Sparten habe fortwährend abgenommen. Es sei erfreulich, dass die Aktionäre von SCA der Teilung des Unternehmens zugestimmt hätten, sagte der amtierende SCA-Präsident und und künftige Essity-Chef Magnus Groth laut Mitteilung der Pressestelle.

Die Sparte Hygieneerzeugnisse werde in dem neuen Unternehmen Essity zusammengefasst. Es solle zu einem weltweit führenden Hygiene- und Gesundheitsunternehmen ausgebaut werden. Genehmigt worden sei die Aufteilung von der Hauptversammlung, die Anfang April tagte, heißt es in einer Mitteilung. Kostheim gilt als größter Standort der papiererzeugenden Industrie in Hessen. Das Werk stellt neben Rohpapier aus recyceltem Altpapier und Tissue aus frischem Zellstoff sowie hauptsächlich Falthandtücher her. Seit der Gründung im Jahr 1885 hatte das Werk schon mehrfach mit Namensänderungen zu tun.

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Mehrfach den Werksnamen gewechselt

Anfangs hieß es Kostheimer Cellulosefabrik, 1955 trat die Bezeichnung Apura in den Vordergrund, die 1995 nach dem Erwerb der Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg und ihrer Produktionsstätte am Untermain durch SCA von dem Namen des neuen Eigentümers abgelöst wurde. Dass es zu der Sparte zählt, in der Hygieneerzeugnisse hergestellt werden, machte das Unternehmen durch Aufschriften auf seinem Hochregallager deutlich. Dort sind auf einer großen Werbefläche die Namen von SCA-Produkten zu lesen.

Nach der Aufteilung des Konzerns solle Essity zu einem global agierenden Hygiene- und Gesundheitsunternehmen ausgebaut werden. Dafür hatte der Konzern das Unternehmen BSA Medical erworben, das Medizinprodukte für Wundverbände herstellt.