Hackenheimer machen Durchmarsch

Von Jochen Werner

Da ist das Ding: Die Altherren-Fußballer des TuS Hackenheim feiern ihren Erfolg und präsentieren den Siegerpokal. (Foto: Jochen Werner)

WALDLAUBERSHEIM - Zum fünften Mal rief der SV Viktoria Waldlaubersheim die „Alten Herren“ zum Friedel Konrad-Gedächtnisturnier. Und zum fünften Mal kamen alle. Zehn Teams aus den Fußballkreisen Bad Kreuznach und Bingen wollten den Keramik-Wanderpokal gewinnen, sportlich gelang dem TuS Hackenheim ein glatter, nie gefährdeter Durchmarsch. Wichtig war vor allem das Fachsimpeln mit vielen Sportkameraden und das Stelldichein langjähriger Weggefährten, dazu gehörten auch Stammgäste um Jürgen Wilhelm, Thomas Wunderlich oder Enes Sovtic.

Während der Sieger das jüngste Team stellte, trat die AH aus Münster-Sarmsheim/ Waldlaubersheim/Stromberg mit der größten Altersspanne an. „Zwischen 32 und 72 ist alles dabei“, so Betreuer Jürgen Hennemann. Wolfgang Baab sah jedenfalls niemand seine 72 Lenze an. „Ich bin wohl der älteste Aktive überhaupt“, vermutete der Stromberger, der noch regelmäßig bei der SG Soonwald in der zweiten Mannschaft kickt. Warum? „Ich fühle mich fit und spiele einfach gerne Fußball. Das ist meine Leidenschaft.“ Überhaupt steht die heutige Kreisgrenzen übergreifende AH-Spielgemeinschaft auch für das Turnier, in dem sich die Teams von Ingelheim bis Weinsheim trafen.

So sehr sich Kay Döscher – früherer Torschützenkönig fast aller Spielklassen – auch mühte, das Runde wollte bei ihm nicht ins Eckige. Für Alemannia Waldalgesheim lief es einfach nicht. Bezeichnend: Dominic Hoppstädter traf zwar doppelt gegen den VfL Frei-Weinheim, allerdings je einmal auf beiden Seiten zum 1:1-Endstand. Auch Döscher brachte ein Team in Führung, indem er einen Ball unhaltbar abfälschte, allerdings nicht das eigene, sondern die SG Winzenheim/Roxheim. Platz neun von zehn, viel Spaß und eine herausragende dritte Halbzeit machten das Turnier für die Waldlaubersheimer Nachbargemeinde zum gemischten Erlebnis.

Björn Strack, Abteilungsleiter Sport von Veranstalter SV Viktoria, hatte im Vorfeld bereits auf Hackenheim als einen von drei Favoriten neben Guldental und Weinsheim für den Turniersieg und Nachfolger des diesmal nicht so stark eingeschätzten TSV Lalo/Laubenheim getippt und Recht behalten. In den Gruppenspielen hielt sich die Vertretung des Landesliga-Aufsteigers mit vier Siegen und 18:1 Toren schadlos. Das Halbfinale gegen die SG Guldental wurde beim 3:0 genauso eine klare Angelegenheit. Im Finale spielte Tim Hulsey aus kurzer Distanz mit seinem 1:0 den Türöffner. Auch hier lautete das Endergebnis nach den üblichen 14 Spielminuten im inklusive der Torhüter Sechs gegen Sechs quer über das Feld 3:0.

„Wenn die Mannschaften mitziehen, gibt es das Turnier auch im nächsten Jahr.“ Strack war trotz des durchwachsenen Wetters mit starkem Regen zum Start zufrieden, auch wenn das geschätzte hundert Zuschauer kostete. Dass die Vereine das tun, daran gab es nach den Finalspielen wenig Zweifel. Vor allem, weil es immer wieder kleine Highlights gab. Solche, wie etwa den gehaltenen Neunmeter von Jochen Schmitt im Spiel um Platz Fünf in der Mannschaft der Veranstalter. „Ich hab den Gegner nervös gemacht und gezwungen, in die Mitte zu schießen“, erklärte der Münster-Sarmsheimer mit einem Grinsen. Weshalb seine Truppe „nur“ Fünfter wurde, analysierte er unisono mit Hennemann: „Nach vorne geht fast alles gut, aber nach hinten haben wir ein Problem.“ Das erklärt auch, weshalb Roberto Vignogna mit sieben Treffern Torschützenkönig wurde. Als bester Torhüter wurde der Guldentaler Marco Spindler gekürt.

Ergebnisse, Finale: TuS Hackenheim – SpVgg Ingelheim 3:0. – Um Platz drei: SG Weinsheim – SG Guldental 1:0. – Um Platz fünf: SV Münster-Sarmsheim/SG Waldlaubersheim/Stromberg – SG Winzenheim/Roxheim 7:6 (3:3) im Neunmeterschießen.

Platzierungen: 7. TSV Lalo/Laubenheim; 8. VfL Frei-Weinheim; 9. Alemannia Waldalgesheim; 10. SG Pfaffen-Schwabenheim/Sprendlingen/Volxheim