Mainzelbahn: Noch immer keine Endabrechnung

Von Dennis Rink
Leiter Lokalredaktion Mainz (stv. Chefredakteur)

An der Endhaltestelle Hindemithstraße durchfuhr die erste Tram ein Mainzelbahn-Banner. (Archivfoto: Harald Kaster)

MAINZ - Die Mainzelbahn hat sich fast drei Jahre nach ihrer Fertigstellung im Dezember 2016 längst in das Stadtbild eingefügt. Ob entlang der Saarstraße, an der Opel Arena oder auf dem Lerchenberg - die Mainzelbahn ist zu einem festen Bestandteil geworden. Eine endgültige Kostenaufstellung für das Großprojekt gibt es aber noch immer nicht. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der CDU hervor.

„Aufgrund der laufenden Verhandlungen mit den Arbeitsgemeinschaften zu zwei Tiefbauabschnitten wird die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) keine detaillierten Aussagen machen, um die Verhandlungsposition nicht zu schwächen“, heißt es in der Antwort von Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne). Eine endgültige Abrechnung mit dem Zuschussgeber sei erst nach einer Klärung der Rechnungen mit den Auftragnehmern möglich. Die Abrechnung eines solchen Großprojektes sei angesichts der Vielzahl der Gewerke und der beteiligten Unternehmen sehr aufwendig, teilte die MVG mit.

Die Kosten für die 9,2 Kilometer lange Strecke vom Hauptbahnhof bis auf den Lerchenberg sollten sich ursprünglich auf 70 Millionen Euro belaufen, schon vor drei Jahren stieg der Betrag aber auf knapp 90 Millionen Euro. Beim Wahlkampfauftakt des parteilosen und unabhängigen Kandidaten Nino Haase hatte die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel in den Raum gestellt, dass die Kosten für die Mainzelbahn mittlerweile sogar bei mehr als 100 Millionen Euro liegen würden. Auch Haase forderte bei diesem Thema eine Kostentransparenz.

„Mainzelbahn erfolgreicher als erwartet“

Von einem Betrag über 100 Millionen Euro könne keine Rede sein, antwortete Eder. Die MVG arbeite seit etwa vier Jahren mit einer Kostenprognose, in der alle abgerechneten Positionen sowie eine Bewertung nach Chancen und Risiken der offenen Rechnungen enthalten seien. „Auf Basis dieser Kostenprognose wurde für die Aufsichtsratssitzung der MVG im Juni eine „vorläufige Gesamtabrechnung“ erstellt, die bei unter 100 Millionen Euro liegt“, antwortete Eder. Wie hoch jener Betrag der „vorläufigen Gesamtabrechnung“ ist, sagte Eder nicht.

Zahlen nannte die Verkehrsdezernentin dafür bei den Fahrgastzahlen. Es sei überaus erfreulich, dass die Zahlen im Jahr 2018 schon 28 Prozent über der Prognose des Gutachters für 2025 lagen. „Die Mainzelbahn ist damit im Ergebnis verkehrlich und wirtschaftlich erfolgreicher als bei der Planung erwartet“, zog Eder fast drei Jahre nach der ersten offiziellen Fahrt ein positives Zwischenfazit.