Technogroup: 30 Jahre Firmengeschichte

Von Angelika Heyer
Lokalredakteurin Main-Spitze

Alfried Netzband ist ein Mann der ersten Stunde bei Technogroup. (Foto: Vollformat/Volker Dziemballa)

HOCHHEIM/MAIN - Es war das Jahr 1990, damals noch in Flörsheim: Nicht einmal eine Handvoll von Technikern gründet die Technotron Computer Service GmbH. Alfried Netzband ist damals Mitarbeiter Nummer drei – die kleine neue Firma startet mit insgesamt vier Leuten in einer Branche, die damals noch als relativ exotisch gilt. „Wiesbaden wollte uns damals nicht“, erinnert sich Netzband, einer Computerfirma habe man wohl nicht allzu viel zugetraut. So zog die Vorgängerin der heute in Hochheim ansässigen Technogroup nach Flörsheim.

Eine IT-Ausbildung gab es damals nicht, sagt Netzband, seit vielen Jahren einer der Geschäftsführer der Technogroup: „Im Prinzip gab es damals nur Quereinsteiger“. Netzband war gelernter Maschinenschlosser, andere Kollegen Radio- oder Fernsehtechniker. Ihre Geschäftsidee: Die Wartung von Geräten im IT-Bereich. Ihre Qualifikation: Erworben durch „Selbststudium“ an den Geräten. „Unsere Kenntnisse mussten wir uns selber aneignen“, erinnert sich Netzband – für die jungen Unternehmer eine spannende Zeit.

Vieles hat sich seitdem verändert, die Sache mit dem Training für die Aufgaben jedoch nur bedingt. Noch heute sei es so, dass es keinerlei Hardwaretraining von den Herstellern gebe. Die Technogroup macht deshalb die Schulung für ihre Mitarbeiter weitgehend selbst. In Hochheim stehen verschiedene Maschinen, berichtet Geschäftsführer Klaus Stöckert, an denen wird trainiert. Was sich im 30. Jahr der Unternehmensgeschichte rasant verändert hat, ist die Zahl der Mitarbeiter. Waren es 1990 vier und 1993 immerhin schon 15, sind heute knapp 300 Männer und Frauen bei der Technogroup beschäftigt, davon etwa 140 in der Zentrale in Hochheim.

STECKBRIEF

Gründungsjahr: 1990 Geschäftsfeld: IT-Service Firmenzentrale: Hochheim Jahresumsatz: gut 40 Millionen Euro Mitarbeiter: rund 300 (ah)

Es war der Einstieg ins „Endkundengeschäft“, der Ende der 1990er Jahre einen Wachstumsschub brachte. Hatte man anfangs unter anderem für IBM und für Leasingfirmen gearbeitet, konzentrierte man sich jetzt zunehmend auf das sogenannte Drittwartungsgeschäft. Herstellerunabhängig wurden und werden seitdem sämtliche Geräte der Rechenzentren der Kunden gewartet und instandgehalten. Das Spektrum der Kunden reicht vom kleineren mittelständischen Unternehmen bis hin zu größeren Konzernen, sagt Stöckert – quer durch die Branchen, vom Pharmaunternehmen über Dienstleister bis zum öffentlichen Dienst.

Es war 1998, als das Unternehmen aus Flörsheim nach Hochheim zog – am ursprünglichen Standort fehlten die Lagerkapazitäten. „Inzwischen platzen wir auch hier aus allen Nähten“, sagt Netzband. Erneute Umzugspläne gebe es aber nicht. „Wir wollen am Standort festhalten“, so Stöckert. Allerdings ist die Technogroup IT Service GmbH, wie sie seit 2001 heißt, mittlerweile international. Nach eigenen Angaben unterhält sie 54 Service- und 19 Logistik-Stützpunkte sowie ein weltweites Partnernetzwerk und beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen. „Der Markt für Drittwartung ist quasi unendlich“, sagt Stöckert. Entsprechend expandiere das Unternehmen und suche weitere Mitarbeiter. Das gilt auch für Auszubildende – etwa sieben bis zehn sind es pro Jahr. Weil das Unternehmen immer Bewerber sucht, bekamen auch schon mehrere Flüchtlinge die Chance auf einen Ausbildungsplatz. „Wir sind sehr daran interessiert, das Potenzial zu heben“, sagt Stöckert.

Der Mann der ersten Stunde, Alfried Netzband, will sich übrigens zum Ende des Jubiläumsjahres nach 30 Jahren aus dem operativen Geschäftsleben der Technogroup zurückziehen.

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