Dominik Bügler bietet seit 25 Jahren Ponyreiten auf dem Kreuznacher Jahrmarkt an

Dominik Bügler mit Ponyreitbahn, hier im Anwesen in der Bosenheimer Straße. Die Ponys haben hier einen großen Offenstall. Foto: Heidi Sturm

BAD KREUZNACH - Ein echter Kreuznacher feiert Jahrmarkt-Jubiläum. Dominik Bügler (59) gastiert mit seinem Ponyreiten „Goldener Westen“ zum 25. Mal unter seinem eigenen Namen auf der Pfingstwiese. Eigentlich hat er aber schon das Goldene Jubiläum hinter sich, denn mit seinen Eltern war er schon als Kind mit auf der Pfingstwiese dabei. Sein jüngerer Bruder, der das Geschäft übernommen hatte, wurde vor zwei Jahren für das halbe Jahrhundert geehrt, ist aber jetzt nicht mehr aktiv.

Nachfolgeprobleme haben Dominik und Carmen Bügler aber nicht. Ihr Sohn Stefan ist ebenfalls in der Branche und feiert jetzt auf dem Jahrmarkt Premiere mit seinem „Gold Rusher“ – einer Achterbahn für Kinder, die man in Italien bauen ließ. Die Enkel Dominik (5) und Melina (1) sind auch schon beim Volksfest mit dabei und damit mindestens die sechste Schausteller-Generation, die der Jubilar im weitverzweigten Stammbaum belegen kann.

Viele Alltroundtalente in der Familie

„Mein Opa war schon dabei und dessen Opa auch“, kann er sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits auf eine Schausteller-Dynastie zurückblicken, die ihr Leben lang als Schausteller oder Zirkusleute vom Volksfest bis zum Kirchturm zur Freude und Unterhaltung der Menschen beitrugen. „Die haben schon alles gemacht“, ist Bügler stolz auf die Alltroundtalente. Die väterliche Linie hat ihren Ursprung im Seiltänzerdorf Alsenborn, wo es sogar ein Zirkusmuseum gibt. Sie ist mit der bekannten Traberfamilie und der ebenso verwegenen Familie Weisheit verwandt. Die Mutter stammt aus der alt eingesessenen Kreuznacher Schausteller-Familie Heinen. Im Familienzirkus war sie Trapezkünstlerin, Schlangenfrau oder Seiltänzerin, der Ehemann führte die Tiere vor – und Sohn Dominik war schon mit sechs Jahren als Clown in der Manege. Als es in diesem Metier immer schwieriger wurde, waren die Eltern mit einer Wandertiershow vorwiegend auf Märkten unterwegs und ab 1965 mit einer Ponyreitbahn, anfangs nur als offene Arena.

Als man mit Dach und Planen etwas hermachte, bekam man auf dem Jahrmarkt einen Standplatz, später kam noch als zweite Reitbahn der Onkel hinzu. Als Dominik Bügler sich selbstständig machte, einigte man sich darauf, dass von den Dreien abwechselnd einer aussetzt. Jetzt ist der Jubilar nur noch alleine, aber immer noch mit Begeisterung dabei. Er besitzt 22 Ponys – von irischen Zigeunerpferden, Haflingern und Isländern bis zu Shetland- und Welsh-Ponys. Sie leben in einem großen Offenstall im Quartier in der Bosenheimer Straße mit 150 Quadratmeter freiem Auslauf oder als Selbstversorger mit regelmäßiger Betreuung auf gepachteten Weiden in der Region. Auch bei den Gastspielen sorgt er immer dafür, dass die Tiere möglichst Auslauf im Grünen haben.

Für die Fahrt und als mobiler Stall steht ein komfortabler Transporter bereit, der den Wert eines Eigenheims hat. Es sind ausschließlich Wallache, die in der Ponyreitbahn eingesetzt werden. Stuten seien zu zickig.

Die Ponys bekommt er von verlässlichen Züchtern, die er schon ewig kennt, führt sie etwa ein Jahr lang behutsam an die Arbeit heran. Älter werdende Ponys gibt er kostenlos als Beistellpferde oder „Rasenmäher“ in gute Hände ab und freut sich, wenn er wieder einmal etwas von ihnen hört – wie etwa kürzlich, als er Fotos von Rambo und Rocky bekam. Die leben schon lange im Hunsrück und sind inzwischen 35 Jahre alt.

Die Favoriten der Gäste richten sich oft nach dem Vorbild bekannter TV-Pferde wie etwa Little Joes geschecktem Paint in den 60-ern. Unangefochten an der Spitze der Beliebtheitsskala steht aber seit jeher bei Alt und Jung das legendäre „Pippi Langstrumpf-Pferd“. Bei Bügler gibt es derzeit gleich zwei „Kleine Onkels“, die er Atlas und Django getauft hat.

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