Neuer vierbeiniger Lieblingsbegleiter der Menschen von Welt: Der Dackel ist hip

Archivfoto: dpa

Der Yorkshire Terrier muss sich warm anziehen. Auch der Mops schnauft hinterher: Der Dackel, im englischsprachigen Raum unter dem deutschen Wort Dachshund bekannt, ist der neue vierbeinige Lieblingsbegleiter der Menschen von Welt. Auch Hipster in Berlin haben das Schlappohr für sich entdeckt und ein Café namens „Posh Teckel“ eröffnet, wo sich junge Dackelbesitzer treffen.

In Japan ist der Dackel so sehr „Kult“, dass man ihn dort in Samt und Seide kleidet. Das „Hausmeister“- oder „Lodenmantel“-Image ist der Dackel also los, obwohl es natürlich immer noch Jäger gibt, die diesen kleinsten aller Jagdhunde in den Fuchs- oder Dachsbau schicken, woher ja auch sein Name stammt.

Ganz egal, ob Modehund oder Jagdgefährte: Der Dackel ist auf dem Vormarsch. 2015 wurden fast 6000 reinrassige Welpen geboren – das ist Platz 2 in der Welpenstatistik nach dem Deutschen Schäferhund. Es gibt Dackel in drei Größen: Standard heißen die größten, Zwerge die mittleren, und die ganz kleinen Dackel werden als „Kaninchenteckel“ bezeichnet. Und dann gibt es jeweils noch die drei Fellarten Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar. Insgesamt also neun Dackelvarianten.

Den berühmten Dackelblick beherrschen alle. Die ausdrucksvollen Augen mit den buschigen Augenbrauen können viel ausdrücken und man verzeiht dem kleinen Hund deswegen vieles. Der hat eine ganze Menge Selbstbewusstsein: Nicht umsonst gibt es das geflügelte Wort: „Wenn der Dackel in den Spiegel guckt, sieht er einen Löwen.“

Unwiderstehlich in Rückenlage

Es braucht Konsequenz, um einen Dackel tipptopp zu erziehen. Ein selbstbewusster Dackel wird gar nicht gerne ignoriert oder in seine Schranken gewiesen. Der Dackel ist aber auch ein menschenfreundlicher Hund, der offen auf alle zugeht, freundlich um Streicheleinheiten bittet und sich auf unwiderstehliche Art auf den Rücken wirft, um am Bäuchlein gekrault zu werden.

Aufpassen muss man wegen der Fresslust: Wer nicht unbedingt täglich stundenlang im Wald unterwegs ist – und das ist nicht immer nur Schuld von Herrchen oder Frauchen, sondern auch der Dackel mag es manchmal recht faul – der sollte die tägliche Ration nicht zu groß bemessen. Schön ist es, dem Hund ein paar Tricks beizubringen: Im Internet gibt es viele herrliche Filme mit gelehrigen Dackelchen zu bewundern, die zum Beispiel mit der Pfote auf eine Rezeptionsklingel drücken, um sich so ein Leckerchen zu verdienen.

Vorurteilen begegnet man als Dackelbesitzer natürlich auch. Dass der Dackel wahlweise als „spießige“ wie auch als „Modehund“-Rasse bezeichnet wird, sollte einem nicht weiter zu denken geben.

Wer bei Facebook ist, findet dort alle möglichen Dackel, deren Herrchen oder Frauchen offenkundig viel Spaß daran haben, ihre Lieblinge einzukleiden und zu filmen. Da gibt es „Crusoe, the Celebrity Dachshund“ aus Kanada: Crusoe als Minion, als Kapitän, als Koch, Hockeyspieler, Gastgeber einer Poolparty, alles gedreht von Herrchen Bryan. Es gibt einen jährlichen Crusoe-Kalender und einen Bildband, der es gar auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat, ebenso Duftkerzen, Schürzen oder Tassen mit Dackel-Emblem.

Dackel-Kollege „Stewart Stanley“ aus Tennessee kam zu seinen Besitzern aus dem Tierheim und hat ein Frauchen, das ihm täglich geradezu philosophische Betrachtungen ins Mäulchen legt, mit denen er seine Fans amüsiert – genau wie mit seelenvollen Augenaufschlägen. Auch über ihn – besser gesagt „von“ ihm – gibt es ein Buch.

Hundeglück bis ins hohe Alter

Auch deutsche Dackel gehen Gassi bei Facebook, unter anderem die „Erdmännchen“ von Teresa Ferrara-Erdmann, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Senior-Teckel zu adoptieren und ihnen ein paar schöne letzte Lebensjahre zu ermöglichen. Bis zu einem Dutzend alter Dackel tummeln sich bei Erdmanns. Interessant sind auch die beiden Dackeldamen von Altenpfleger Jürgen Janssen aus Wilhelmshaven, der sie mit zur Nachtschicht bringen darf, und die den Bewohnern des Seniorenheims, in dem er arbeitet, sichtlich Freude bringen.

Der Dackel ist auf jeden Fall pflegeleicht, sollte nicht gerade das Unglück eintreten, dass man einen Hund mit Bandscheibenproblemen – der so genannten „Teckellähme“ erwischt. Dann kann die Behandlung langwierig und teuer werden. Ein Langhaardackel braucht mehr Fellpflege, ein Kurzhaardackel weniger – den Rauhaardackel lässt man zwei Mal im Jahr fachgerecht zupfen (nicht scheren!). Natürlich haart auch der Dackel ein bisschen, und dies mit hellen und dunklen Haaren, so dass man da nicht allzu empfindlich sein darf. Doch dafür ist sein „Hundegeruch“ nicht sehr ausgeprägt.

Als kleiner Hund hat der Dackel den Vorteil, dass man ihn problemlos mitnehmen kann – manche tun das sogar im Flugzeug. Er braucht keine stundenlangen Spaziergänge, auch wenn er, speziell auf unbekanntem Terrain, freudig mitläuft, sofern er Lust dazu hat. Bei akuten Faulheitsattacken passt er aber auch mal in den Rucksack.

Er ist ein geschickter, intelligenter und dabei absolut freundlicher Hausgenosse, der seinem Besitzer oft bis zu 18 Jahren lang treu an der Seite bleibt.

Im Teckelklub 1888, der auch in der Region zahlreiche Untergruppen hat – unter anderem Mainz/Wiesbaden oder Bad Schwalbach, Darmstadt oder Lampertheim – findet man fachkundige Informationen, Züchter und Hundeausbildung speziell auf kleine, krumme Beine abgestimmt.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie Sie diese Webseite verwenden, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Zustimmen