Karin Augustin: „Ohne LSB geht’s nicht“
04.09.2010 - MAINZ
KARIN AUGUSTIN Präsidentin des rheinland-pfälzischen Landessportbundes im Interview
Zwischen 1956 und bis Ende der 90er Jahre ist die Mitgliederzahl stetig auf 1,5 Millionen gestiegen. Aber seit zehn Jahren stagniert diese Zahl. Ist das Maximum erreicht?
Im Augenblick ist sicherlich der Höhepunkt erreicht. Jetzt liegt es an uns, mit neuen Konzepten weitere Mitglieder zu werben. Der Kreis Mainz-Bingen weist zum Beispiel eine vorbildliche Mitgliederzahl auf, in anderen Gegenden ist noch Luft nach oben. In der Stadt ist die Konkurrenz zu anderen Träger sehr groß. Die Vereine müssen ihre Wertigkeit gegenüber kommerziellen Angeboten wieder in den Vordergrund rücken. Der soziale Aspekt und das Gemeinschaftsgefühl sind hier zweifelsohne größer als beispielsweise in den Fitnessstudios.
2012 sind die Olympischen Spiele in London. Eine Medaille für die rheinland-pfälzischen Athleten wurde als Ziel ausgegeben. Wie sehen Sie das Land derzeit aufgestellt?
Das Ziel besteht immer noch. Man kann aber auch gerne eine Medaille mehr anstreben. Dabei liegt unser Augenmerk ganz klar auf der Förderung des eigenen Nachwuchses. Da müssen wir noch mehr tun. Wir wollen uns keine Athleten einkaufen. Wir müssen mit den entsprechenden Bedingungen dafür sorgen, dass der Nachwuchs im Land bleibt und nicht abwandert. Die jungen Athleten brauchen zudem eine gute schulische und berufliche Absicherung, begleitend zu ihrer sportlichen Karriere. Das ist uns ganz wichtig.
Eine adäquate Sportversorgung der Bevölkerung wäre ohne Sportvereine wohl nicht möglich. Wagen Sie zum Abschluss eine Prognose: Wie würde es ohne LSB aussehen?
Dann würden 6300 Vereine in Rheinland-Pfalz an die Tür des Ministeriums klopfen und um Hilfe bitten. Das würde nicht funktionieren. Ohne den LSB und die regionalen Sportbünde würden notwendige Beratungen, Informationen und Anleitungen für die Vereine fehlen. Sie wären auf sich alleine gestellt und nur mit ehrenamtlichen Mitarbeitern könnten die Aufgaben nicht gestemmt werden. Außerdem gäbe es ohne eine Dachorganisation keinen effektiven Leistungssport in Rheinland-Pfalz.
Das Interview führte Sabine Nadarzinski
- Zum Anfang
- Zurück
- Seite 2/2
- Weiter
- Zum Ende

