Vom losen Gefüge zu geschlossener Einheit
04.09.2010 - HÖHR-GRENZHAUSEN
Von Sabine Nadarzinski
ZEITZEUGE Erster Hauptgeschäftsführer Willi Klein erinnert sich an die Anfänge des LSB
Das Erste, was Willi Klein sagt, ist: „Das ist kein guter Tag, heute geht’s mir gesundheitlich nicht so gut“. Allerdings merkt man das dem rüstigen Rentner aus dem Westerwald nicht an. Klein ist 89 Jahre alt, hat einen festen Händedruck, erinnert sich an kleinste Details und zeigt stolz einige seiner 50 bis 60 Fotoalben, in die er viele seiner Erlebnisse gepackt hat. Willi Klein war von 1962 bis 1971 der erste Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Rheinland-Pfalz.
Der 89-Jährige erzählt, dass August Zeuner, der damalige LSB-Vorsitzende, ihn abwarb und zunächst zum Sportbund Rheinland holte. „Wir lernten uns bereits 1951 kennen und schnell entwickelte sich eine Freundschaft. Als der Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland verstarb, wusste Zeuner, dass ich sein Mann war.“ Für den gelernten Journalisten Klein war es die Chance, Hobby und Beruf miteinander zu verbinden. Und so musste er auch nicht lange überlegen und nahm das Angebot seines Freundes an. Am 15. Oktober 1962 begann seine Tätigkeit als Geschäftsführer. Zu diesem Zeitpunkt war der LSB zwar schon gegründet, „aber die drei Sportbünde waren nur recht lose miteinander verbunden. Die anderen hatten kein Interesse am LSB“.
Allerdings erkannte Klein schnell, dass sich der Sport im Land nur weiterentwickeln würde, wenn alle an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig zerfleischen. „Ich sagte zu August Zeuner, so geht das nicht, wir müssen eine Einheit bilden, wir brauchen jemanden an der Spitze“, erinnert sich der Rentner. Ab dem 1. Januar 1963 war Klein dann nicht nur für den Sportbund Rheinland, sondern auch als erster Hauptgeschäftsführer des LSB tätig. Er war nun der Mann an Spitze. Der Westerwälder sieht sich als Antreiber, der mit seinem Engagement und seinem Willen „die richtigen Leute ins Boot geholt hat, um den Sport in Rheinland-Pfalz zu einer geschlossenen Einheit zu machen“.
Sport hat im Leben von Willi Klein immer eine große Rolle gespielt, als Aktiver oder auch als Organisator und Berichterstatter. Der 89-Jähriger beschreibt den Sport als „charakterbildend, der keine sozialen Unterschiede kennt und den er als Ausgleichs- und Regenerationsmöglichkeit“ ansieht. All diese Eigenschaften verbindet Klein noch heute mit dem Landessportbund und ist stolz, wenn er sich anschaut, was seine Nachfolger im LSB weitergeführt und neu ins Leben gerufen haben. „Der LSB hat eine großartige Entwicklung genommen“, freut sich der Westerwälder.

