Mainz 05: Tuchels Rundum-Sorglos-Paket
02.09.2010 - MAINZ
Von Roland Hessel
Mit Last-Minute-Zugang Malik Fathi steht der Kader des so prächtig in die Saison gestarteten Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 endgültig fest. Coach Thomas Tuchel kann aus 24 Feldspielern auswählen, um den schon vorhandenen sechs Punkten möglichst schnell möglichst viele hinzuzufügen. Und eines ist jetzt schon klar: Da das Niveau in der Breite dicht wie nie zuvor bei den Rheinhessen ist, hat der Trainer eine Vielzahl von Möglichkeiten, sein Team sowohl personell wie auch spieltaktisch zu variieren. Die AZ-Analyse.
Tor
Der einzige Bereich, in dem die Pflöcke fest eingeschlagen sind. Solange die unangefochtene Nummer eins, Heinz Müller, verletzt ist, wird Christian Wetklo das Tor hüten. Nur wenn dieser in eine Krise rutscht oder sich ebenfalls verletzt, steht Routinier Martin Pickenhagen bereit. An dieser Rangfolge wird sich im Laufe der Runde auch nichts ändern.
Abwehr
Vier Innenverteidiger streiten um zwei Positionen. Derzeit gesetzt sind die erfahrenen Nikolce Noveski und Bo Svensson. Als erste Alternative steht Niko Bungert bereit, der auch - wie zuletzt in Wolfsburg - eine richtig gute Alternative ist, wenn Tuchel auf eine Dreier-Abwehrkette setzt. Jan Kirchhoff gehört indes die Zukunft. Der 19-Jährige wird im Laufe der Saison zumindest im Kader auftauchen, vielleicht sogar schon erste Einsatzzeiten bekommen.
Für die Außenverteidigung hat Tuchel reichlich Variationsmöglichkeiten. Links streiten sich Malik Fathi (kann auch innen spielen) und Christian Fuchs (kann auch im Mittelfeld aufgeboten werden) auf Augenhöhe. Dahinter, aber wohl derzeit ohne wirkliche Chance, steht mit Zsolt Löw ein weiterer klassischer Linksverteidiger parat. Rechts ist der zweikampfstarke Radislav Zabavnik gesetzt, kann aber - falls die Ausrichtung noch offensiver sein soll - durch Florian Heller vertreten werden. Heller, der auch im Mittelfeld beide Außenbahnen besetzen kann, hat zudem schon bewiesen, dass er auch einen richtig guten Linksverteidiger geben kann. Für rechts käme zudem noch Bungert in Frage.
Mittelfeld
Die Qual der Wahl und eine Fülle von Möglichkeiten. Mit Miroslav Karhan, Elkin Soto und Eugen Polanski stehen Tuchel drei „Sechser“ von Format zur Verfügung. Auch Neuzugang Marco Caligiuri hat (gegen Stuttgart) seine Bundesligatauglichkeit schon bewiesen. Team-Senior Karhan kann, wie noch unter Jürgen Klopp zu Zweitligazeiten bewiesen, auch die rechte Seite beackern, Soto über links kommen oder zentral hinter den Spitzen oder der Spitze spielen.
Gedränge herrscht ebenfalls auf den Außenbahnen - soforn sie denn klassisch besetzt werden. „Allzweckwaffe“ Andre Schürrle kann links wie rechts, zentral, als hängende Spitze oder klassisch als zweiter Stürmer ins Getümmel geworfen werden. Der aus Leverkusen gekommene Marcel Risse ist eine Alternative für die rechte Außenbahn, Andreas Ivanschitz für links oder die Zentrale. Lewis Holtby, der bei den beiden Siegen gegen Stuttgart und Wolfsburg direkt hinter den Spitzen spielte, fühlt sich ebenfalls auf beiden Außenbahnen wohl, für die sicherlich auch der nominelle Angreifer Sami Allagui eine Alternative wäre. Den klassischen Spielmacher kann zudem der, allerdings verletzungsanfällige, Jan Simak geben. In der Hinterhand hat Tuchel zudem den jungen Eugen Gopko, einen klassischen Allrounder, der sich Spielpraxis bei der zweiten Mannschaft holt.

