Der Deal ist fix: Linksverteidiger Malik Fathi kehrt zum FSV Mainz 05 zurück
01.09.2010 - MAINZ
Von Jens Grützner
Eine Minute vor Ende der Transferperiode verpflichtete Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 Dienstagabend zum zweiten Mal Malik Fathi von Spartak Moskau. In der Rückrunde der vergangenen Saison bestritt der 26-jährige Linksverteidiger als Leihspieler 14 Partien für die 05er. Jetzt leihen die Mainzer den zweimaligen deutschen Nationalspieler bis 30. Juni 2011 aus – ohne Leihgebühr. Anschließend besitzt der FSV eine Kaufoption über 1,7 Millionen Euro. Fathi musste seinen Kontrakt in Moskau bis zum 31. März 2012 verlängern.
„So einen Tag wie heute hatte ich selten“, sagte Christian Heidel. Von 8.30 Uhr an war der Manager des FSV Mainz 05 mit dem Fathi-Deal beschäftigt. Teammanager Axel Schuster erläuterte zwischenzeitlich das Prozedere: „Wir sitzen in unserem Büro, die Spartak-Verantwortlichen in ihrem. In regelmäßigen Abständen wird telefoniert.“ Ein Geschacher schon darüber, dass die Moskauer Fathi überhaupt auf die Transferliste setzten. Das war Bedingung für den Transfer.
Um 12 Uhr stand der Linksverteidiger dann auf selbiger. Malik Fathi in einem Telefonat mit dieser Zeitung um 12.30 Uhr: „Das ist ja schon einmal ein Fortschritt, aber alles andere ist noch vage.“ Fathi hatte vorher betont, dass „sich hier einige russische Herrschaften noch bewegen müssen“.
Transferfrist bis zum Ende ausgereizt
Das taten sie dann. Christian Heidel: „Je näher 18 Uhr kam, je größer wurden unsere Chancen.“ Die Mainzer pokerten hoch. Im Winter hatten sie 400.000 Euro Leihgebühr für Fathi bezahlen müssen. Nun verweigerten sie Zahlungen. Erfolgreich. Heidel:„Jetzt wird gar keine Leihgebühr fällig und Moskau beteiligt sich sogar an Maliks Gehalt. Deswegen passt er sehr gut in unseren Gehaltsrahmen.“ Dies ist allerdings auch nur möglich, weil der Spieler auf viel Geld verzichtet. Heidel: „Fathi wollte unbedingt weg aus Moskau.“
Um kurz vor 18 Uhr erreichte die Mainzer Geschäftsstelle dann ein Fax aus Moskau. Dort war ein Stempel des Klubs drauf und der Vermerk, dass der russische Klub mit dem Wechsel einverstanden ist. Diesen zeichnete der 05-Transferchef gegen und leitete das Schriftstück schnell an die Deutsche Fußball Liga weiter. Um 17.59 Uhr war es in Frankfurt. Die wichtigste Formalie für den Wechsel war erfüllt.
Um 19.13 Uhr saß Malik Fathi gut gelaunt im Büro von Spartak Moskau. „Ich muss hier jetzt noch hundert Sachen unterschreiben. Ich ziehe wieder nach Mainz um“, sagte er. „Über alles andere reden wir dann bald.“
Borja bleibt, Georgiev nach Paderborn
Auch der Abgang von Felix Borja aus Mainz schien am Dienstag möglich. Der Berater des nicht mehr gefragten 05-Stürmers meldete sich am Morgen. Der Mainzer Teammanager Axel Schuster: „Er rief an und sagte, dass zwei Türen für mögliche Transfers offen stünden.“ Daraufhin löste der frühere Zweitliga-Goalgetter seinen Vertrag am Bruchweg auf – eine generelle Bedingung, um auf der Transferliste zu stehen. Doch dann passierte nichts mehr. Christian Heidel: „Also bleibt Felix bei uns.“ Der Ecuadoirianer, der einen teuren Gehaltsplatz belegt, hat einen Vertrag bis 2011.
Dagegen klappte das lange geplante Ausleihgeschäft der 05er mit dem 19-jährigen Mazedonier Dragan Georgiev in die Zweite Liga. Georgiev wechselt für eine Spielzeit zum SC Paderborn. Heidel: „Dessen Trainer André Schubert ist sehr erfahren ist in der Arbeit mit jungen Spielern. Bei ihm kann Georgiev Spielpraxis sammeln und den nächsten Entwicklungsschritt machen.“ Die 05er behalten die mit Georgievs Heimatklub FK Turnovo vereinbarte Kaufoption über eine Weiterverpflichtung des Spielers bis Juni 2014.

