Mainz 05 in Flachau, 8. Tag: Jan Simak zentral die Nummer eins
28.07.2010 - FLACHAU
Von Jens Grützner
Der Tscheche Jan Simak ist bis auf weiteres die Nummer eins auf der Position des zentralen offensiven Mittelfeldmannes beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05. Chefcoach Thomas Tuchel sieht den Österreicher Andreas Ivanschitz besser im linken Mittelfeld aufgehoben. Dort muss sich dieser vor allem gegen die Teenager Andre Schürrle und Lewis Holtby durchbeißen. Ivanschitz war in der vergangenen Saison meistens in der Mitte zu finden.
Dass Andreas Ivanschitz bei den beiden zurückliegenden Mainzer Testspielsiegen gegen Panathinaikos Athen und Alemannia Aachen im linken Mittelfeld agierte, war mehr als ein Fingerzeig. „Der Trainer sagte mir, dass vielleicht eine neue Situation auf einer neuen Position auf mich zukommt“, betont der Österreicher. Das ist nun der Fall. Ivanschitz zu Änderungen, die auf ihn zukommen: „In der Mitte kümmert man sich mehr um Bälle, auf der Außenbahn ist man mehr auf Zuspiele angewiesen. Dann muss man das Spiel breit machen. Das habe ich aber auch schon öfter gemacht“, sagt er.
„Andreas hat einen guten Pass in die Tiefe"
Thomas Tuchel ist der Überzeugung, dass der 26-Jährige die 05er auf der linken Seite weiterbringen kann. „Andreas hat einen guten Pass in die Tiefe, er kann gefährliche Flanken aus dem Halbfeld schlagen. Er hat die nötige Tempohärte und er besitzt Stärken im Abschluss.“ Ein paar Verhaltensweisen müssten sich aber noch einschleifen. Die genannten Stärken treffen auch und vor allem auf André Schürrle zu, den großen Gewinner der vergangenen Saison. Sommerzugang Lewis Holtby steckt da ebenfalls nicht zurück. „Dieser Konkurrenz muss er sich stellen“, sagt der Coach. „Es ist nicht Andreas´ Stärke, mit dem Rücken zum gegnerischen Tor zu spielen“ – dies müsse der Zehner, den es im klassischen Sinne in Mainz gar nicht mehr gebe, können. Der Mainzer Zehner ist eine Art hängende Spitze.
Tuchel hatte im Winter den 31-jährigen Jan Simak vom VfB Stuttgart verpflichtet. Unter dem neuen VfB-Trainer Christian Gross hatte das einstige Wunderkind keine Rolle mehr gespielt. Simak war nicht einmal ins Trainingslager der Schwaben mitgenommen worden. Entsprechend unfit hatte er sich am Bruchweg vorgestellt. Thomas Tuchel: „Er sagte, dass es ihm gut täte, würde er mal wieder eine komplette Vorbereitung mitmachen.“ Denn schon vergangenen Sommer unter dem Stuttgarter Ex-Trainer Markus Babbel war der Tscheche verletzt gewesen. „Wie gut ihm eine solche Vorbereitung tut, sieht man jetzt ja“, sagt der 05-Chefcoach. Simak arbeite extrem fleißig gegen den Ball. Tuchel: „Aufgrund seiner Dynamik, aufgrund seiner engen Ballführung bekommt er viel ab. Aber er hat jetzt die Härte, es auszuhalten. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung.“ Als Strategen sieht der 05-Trainer weder Jan Simak noch Andreas Ivanschitz. Als Strategen kommen für ihn eher die Sechser in Frage, ein Miroslav Karhan, ein Elkin Soto.
Jan Simak hat auch eine zweite Erklärung für seinen Leistungsschub. Nach der vergangenen Runde unterzog er sich einer Nasenoperation. Die Atemwege wurden geweitet. „Drei Jahre lang musste ich ein Nasenspray nehmen, um richtig atmen zu können. Auch im Sommer bei 25 Grad.“ Auf dem Platz spürte der Mittelfeldmann frühzeitige Ermüdungserscheinungen. Nachdem er am Bruchweg angeheuert hatte, erhielt er das Angebot eines Spezialisten zur Operation. Der Tscheche nahm es dankbar an. „Jetzt ist alles gut“, sagt er.

