Mainz 05 in Flachau, Tag 5: Christian Fuchs sieht Rückendeckung durch Tuchel
26.07.2010 - FLACHAU
Von Jens Grützner
Wochenlang suchte der FSV Mainz 05 nach einem Linksverteidiger. Der Bundesligist ist jetzt froh, Christian Fuchs für 350000 Euro von Bundesliga-Absteiger VfL Bochum ausgeliehen zu haben. Im Trainingslager in Flachau setzt sich der 24-jährige Österreicher gut in Szene.
Herr Fuchs, bereits an Ihrem ersten Arbeitstag in Mainz vergangenen Montag lobten Sie das gute Arbeitsklima. Wie stellt sich die Situation nach den ersten Trainingslagertagen dar?
Der Eindruck ist geblieben, er ist sogar stärker geworden. Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich habe Spaß am Training. Das war zu Ende der vergangenen Saison durch die ganzen Niederlagen in Bochum nicht mehr der Fall. Ich genieße es also hier.
Der VfL hatte sich in der vergangenen Bundesliga-Rückrunde beim 0:0 gegen Mainz in starker Form präsentiert. Warum ist Bochum eigentlich abgestiegen?
Viele Faktoren mündeten in einen Prozess, der nicht mehr aufzuhalten war. Ich will hier jetzt niemanden anschwärzen, aber beim Trainerteam um Heiko Herrlich ist viel schiefgelaufen. Das war am Ende auch durch Dariusz Wosz nicht mehr hinzubekommen. Herrlichs Vorgänger Marcel Koller hatte es geschafft, Bochum vier Jahre in der Bundesliga zu halten. Man sieht ja, was dabei rausgekommen ist, dass man ihn in der Hinrunde nicht mehr wollte. Bochum ist jetzt unten.
Sagen Sie doch mal, wie und wann es zur Kontaktaufnahme der Mainzer gekommen ist?
Kurz nach Saisonende rief Thomas Tuchel das erste Mal an und sagte, dass er mich gerne verpflichten würde. Aber die Angelegenheit verlief sich schnell im Sand – wegen der Ablösesumme von zwei Millionen Euro. Vor drei Wochen nahm Tuchel dann wieder Kontakt auf. Er sagte, dass, man eine Lösung finden würde. Da habe ich gesehen, dass der Trainer auf mich baut.
Was sagen Sie rückblickend zu den Streitigkeiten mit dem VfL Bochum Ihren Status betreffend. Es heißt, Sie hätten Ihren Vertrag gekündigt, der VfL hätte Ihnen dafür eine Rechnung von zwei Millionen Euro ausgestellt…
Ich will darüber keine Worte mehr verlieren. Ich trete nicht nach. Ich habe mich immer fair verhalten.
05-Manager Christian Heidel hatte im „kicker“ erklärt, dass Mainz 05 keinen Profi verpflichten würde, der sich in einem Rechtsstreit mit seinem Klub befindet – Heidel war zu dieser Zeit von einem solchen zwischen Ihnen und dem VfL ausgegangen. Wie kamen dessen Worte bei Ihnen an?
Ich hatte tags zuvor ein sehr gutes Gespräch mit Thomas Tuchel. Deswegen war es schon ein Schock für mich zu lesen, dass man mich unter Umständen noch nicht einmal ablösefrei haben wollen würde. Aber das ganze war ein Missverständnis, das aus der Welt geschafft worden ist.
Wie sehen Ihre Ziele jetzt aus?
Mein erstes Ziel war, in der Bundesliga zu bleiben. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren gesehen, wie die Liga an Klasse gewonnen hat. Ein Arjen Robben, ein Franck Ribéry spielen hier, ein Michael Ballack ist jetzt wieder zurück gewechselt. Das ist sehr lässig, wie wir Österreicher sagen. Da will ich dabei sein. Und mit Mainz 05 will ich an die gute Saison des Vereins im vergangenen Jahr anknüpfen. Mein Traum ist es, irgendwann in England zu spielen. Wann das passiert, hängt nur von mir ab.

